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1 Welche Kamera? Welches Gehäuse?  (Autor: Ivo Vaeßen)

Wer sich für eine Digicam mit Gehäuse interessiert, steht irgendwann vor der Frage für welches Modell Er sich entscheiden soll.

Die Frage ist generell nicht so einfach zu beantworten, da oftmals verschiedene Voraussetzungen vorliegen.

Der Ein- oder Andere besitzt vielleicht schon eine Digitalkamera, mit der Er sich dann auch auskennt und für die Er dann auch gerne das passende Gehäuse hätte. Manchem reichen die Möglichkeiten von Kamera und Gehäuse ohne weiteres Zubehör aus, ein Anderer möchte sich wiederum alle Möglichkeiten offen halten. Letzten Endes geht es wie so oft auch ums liebe Geld, welches den Ausschlag für einen Kauf oder Nichtkauf gibt. Für Denjenigen, der sich alle Möglichkeiten offen halten möchte, könnte meine Empfehlung vielleicht interessant sein. Es ist das Kamerasystem, welches ich selbst nutze bzw. mit dem ich die meisten Erfahrungen gesammelt habe.

Mir sind die Diskussionen ob es eine Nikon, Pentax, Canon, Minolta oder sonst irgendeine Marke sein muss völlig egal. Entscheidend für mich war bei der Anschaffung lediglich die Eignung des entsprechenden Kameramodells und Gehäuses für den kreativen Unterwassereinsatz. Allerdings hat sich auch im Laufe gezeigt, dass die Modellpalette von Olympus besonders für den UW – Einsatz geeignet ist, da für eben diese Modelle das meiste Zubehör erhältlich ist.

Das System, welches ich derzeit verwende besteht aus:

- Olympus C-4000Zoom

- Gehäuse PT-010

- Amphibienblitze: Inon Z-220, Sea&Sea YS-60, YS-30, YS-120, YS-300

- Digitaladapter DAII / OLY-TTL-IR-Konverter / OLY-TTL-C-Konverter von MIKE-DIVE

- Weitwinkelkonverter INON UWL-100 Typ2

- Domeport von INON passend zum Weitwinkelkonverter

- Proline - Blitzschienensystem und Blitzarme von Mike-Dive

Ebenfalls getestet und verwendet:

- Olympus C-5050Zoom / C-5060WZ

- Gehäuse PT-015 / PT-020

Zubehör wie beim oberen System.

Leider ist das PT-010 mittlerweile kaum mehr neu zu bekommen, da die Produktion eingestellt wurde. Auch das PT-015 für die Olympus C-5050 wurde bereits in Rente geschickt.

Aktuell buhlen die C-5060WZ im PT-020 und die C-8080 im PT-023 um die Käufergunst der UW – Digitalfotografen, wobei sich Erstgenannte der größeren Beliebtheit erfreut. Das liegt nicht nur am geringeren Preis, sondern auch am besseren Handling im Wasser.

Das PT-020 wird aktuell auch von Olympus selbst vertrieben, was bei verschiedenen vorangegangenen Modellen noch nicht der Fall war. Es bietet weitestgehend das gleiche wie das PT-010 / PT-015 ist darüber hinaus aber bis 40m Tauchtiefe zugelassen (PT-010 bis 30m). Da auch beim PT-020 alle Kamerafunktionen von außen bedient werden können, hat auch die Anzahl der Funktionsknöpfe zugenommen, die sich nun geballt, teils recht eng beieinander liegend, über das Gehäuse verstreut finden lassen. Wer nur im Warmwasser ohne Handschuhe taucht hat hier aber keine Probleme, was die Bedienung angeht.

Die C-5060 hat wie auch die C-5050   5 MP statt 4,1 MP wie bei der C-4000. Praktisch wirkt sich das kaum aus. Das Objektiv der C-5060 ist etwas lichtschwächer als das der C-5050 (Blende beginnt bei f=2,8 statt 1,8), was sich UW aber kaum bemerkbar macht, sofern mit einem potentem Blitz gearbeitet wird. Auch ist bei der C-5060 bei Blende 8 Schluss. Bei der C-4000 - bei Blende 11. Aber auch mit Blende 8 bei der C-5060 kann man gut leben, da sämtliche digitalen Sucherkameras wegen ihrer kleinen Sensorgröße eine unglaubliche Schärfentiefe aufweisen.

Das Objektiv der C-5060 beginnt bei Brennweite 28mm (auf Kleinbild gerechnet), bei der C-4000 geht es bei 32mm los. Den UW – Fotografen wird gerade der erweiterte Weitwinkelbereich erfreuen, schrumpf doch eben dieser Weitwinkelbereich unter Wasser wieder erheblich zusammen.

Schlussendlich kann man festhalten, dass die C-4000Z im PT-010 eine hervorragende Kamera/Gehäusekombination für den ambitionierten Hobbyfotografen ist. Da aber sowohl Kamera als auch das Gehäuse PT-010 nicht mehr produziert werden (gilt auch für C-5050/PT-015), bleibt wohl nichts übrig als der Blick auf die Nachfolgemodelle. Mit der C-5060WZ im PT-020 und der frisch erschienen C-7070WZ im PT-027 (Gehäuse ab April erhältlich) stehen würdige Nachfolger bereit, um die nicht mehr erhältlichen Modelle zu beerben. Auch gibt es erstmals mit dem Erscheinen des PT-020 eine werkseitige Blitzanschlussbuchse am Gehäuse, die sich mit einem von Mike – Dive modifiziertem Blitz z.B. Sea&SeaYS-60 nutzen lässt.

Für Umsteiger gilt, dass sämtliches Zubehör an Linsen etc. welches für das PT-10/PT-015 erhältlich war, auch auf PT-020 und PT-027passt.

Wer sich für die digitale Fotografie unter Wasser mit genannten Olympus – Kameras und Gehäusen interessiert, ist bei Mike-Dive (Michael Finger) bestens aufgehoben. Das spezielle Olympus – Forum gibt darüber hinaus Antworten auf viele Fragen, die den Anfänger und Fortgeschrittenen interessieren.

Wünsche allzeit tolle Fotos!

Euer Ivo Vaeßen

Stand: 01.04.05

2 Die Qual der Wahl:  Welches Gehäuse? (Autor: Ivo Vaeßen)

Beim Gehäuse gibt es keine Muss- oder Sollausstattung, da die preiswerten Polycarbonatgehäuse letztendlich fast alle das gleiche bieten. Und das ist gar nicht so wenig. Die von den großen Herstellern erhältlichen Gehäuse für kompakte Digitalkameras bieten (bis auf wenige Ausnahmen z.B. Fantasea für Nikon) die Bedienung sämtlicher Kamerafunktionen in Form von nach außen verlegten Drucktasten an. Somit ist jede Kamerafunktion auch unter Wasser bedienbar.

Im ersten Moment scheint es so, dass man gar nicht alle Funktionen braucht. Schaut man sich die Belegung der Tasten jedoch einmal näher an, so lernt man diese Vielfalt schnell zu schätzen. Gerade Derjenige, der auf manuelle Eingriffe wie Blende, Verschlusszeit oder Blitzkorrektur wert legt, ist auf sämtliche Gehäusedurchführungen angewiesen.

Ein weiterer Punkt ist vielen Gehäusen gemein. Kaum eines besitzt eine Durchführung zum Anschluss eines externen Blitzgerätes. Weiß Neptun, was sich die Hersteller dabei denken, einen Anschlussnippel für 5 Euro zu sparen, um wenigstens die Möglichkeit zu geben, einen externen Blitz welcher Gestalt auch immer anzubringen.

Einzig Olympus bietet seit kurzem bei einigen der Gehäuse einen externen Blitzanschluß an. Derzeit für das PT-020 (C-5060WZ), PT-023 (C-8080) sowie das PT-022 (C-765UZ, C-760UZ und C-770UZ). Allerdings ist dies ein olympuseigener Anschluß, über den sich nur nach Modifikationen auch Fremdblitze anderer Hersteller wie z.B. Sea&Sea oder Inon anschließen lassen. Diese Lösungen kann allerdings Michael Finger von www.mike-dive.de bedienen. Der von Olympus angebotene FL-20 Systemblitz ist bestenfalls für Makroaufnahmen geeignet, das es ihm deutlich an Kraft und an Ausleuchtwinkel fehlt.

Auch findet sich immer nur ein Stativanschluss am Gehäuseboden. Wer seine Digicam mit Weitwinkel und Lampe oder externem Blitz auf eine Blitzschiene montiert, kann schon nicht mehr jede Schiene nutzen, da sich die ganze Apparatur mangels zweitem Haltepunkt auf der Schiene dreht. Die oft aufgeklebten Gewindebuchsen können nur bis zu einem gewissen Maße mit einer Stativschraube belastet werden, bevor sie den Geist aufgeben und sich als Einzelteil in den Händen des gefrußteten Besitzer wiederfinden. Wer glaubt eine solche Buchse als Einzelteil beim Hersteller zu bekommen, hat sich geirrt. Zumindest bei Olympus scheint man das begriffen zu haben und so sind die neuen Gewindebuchsen an der Unterseite der Gehäuse mittlerweile mit einer Metallplatte versehen und verschraubt. Diese Konstruktion ist unvergleichlich stabiler.

Es gibt Modelle für die Fremdhersteller auch Blitzschienen-Blitzarmkombinationen anbieten, die mindesten zwei Gehäuseaufnahmepunkte anbieten. Diese Konfiguration ist ebenfalls stabil und komfortabel. Der versierte Bastler ist hier in der Lage eine eigene stabile Kreation zu schaffen oder man greift gleich auf das Equipment aus dem Hause mike-dive zurück. Die Proline – Serie für Blitzschiene und Blitzarm stellt auch anspruchsvollere Nutzer zufrieden, ohne den Geldbeutel allzu sehr zu strapazieren.

Skeptisch könnte man beim Material der „Billigheimer“ werden. Von Plastikkiste zu sprechen, würde ihnen aber nicht gerecht werden. Sie sind stabil genug, dass man sie nicht wie rohe Eier behandeln muß. Einen Knuff im Gedränge auf dem Tauchboot stecken sie allemal weg, Einen freien Fall aus einem Meter Höhe auf den heimischen Küchenboden mögen sie allerdings ebenso wenig, wie ihre teueren Brüder aus der Aluschmiede. Probleme sind derzeit nur vom PT-020 für die C-5060WZ bekannt. Dort wurde zeitweise eine Blitzbuchse verbaut, die mechanischen Beanspruchungen nur kurze Zeit standhielt. Inzwischen wird eine verbesserte Version verbaut. Auch die Kunststoffzapfen am Planport des PT-020 haben schon zu diversen Wassereinbrüchen geführt, da sie bei der Verwendung von Weitwinkelkonvertern seitlich abgeschert sind. Ein vorsorglicher Austausch der Kunststoffzapfen gegen stabile Metallzapfen ist bei Mike-Dive möglich und sollte unbedingt in Betracht gezogen werden. Trotz dieser Mängel ist eines sicher: An der C-5060WZ im PT-020 kommt man bei der engeren Auswahl für eine Digicam im UW-Gehäuse nicht vorbei.

Einzig gegen Kratzer kann man die Polycarbonatgehäuse nicht wirklich schützen, ist man auch noch so vorsichtig. In den meisten Fällen sind die Kratzer aber nicht weiter schlimm. Einzig auf dem Gehäuseteil hinter dem sich der Kameramonitor versteckt, sind sie störend. Im Wasser hingegen sind die meisten Kratzer wie auf dem Display eines Tauchcomputers kaum noch zu sehen. Richtig tiefe Furchen werden aber auch vom Wasser nicht mehr absorbiert.

Mit etwas Bedacht sind die Gehäuse über Jahre hinweg einsetzbar. Kommt der Zeitpunkt an dem man sich nicht mehr traut mit einem vom Alter gezeichneten Gehäuse, in dem die geliebte Digicam steckt ins Wasser zu gehen, tut das Gehäuse am Strand als Schutz gegen Sand oder im Schnee gegen „nicht drückende Nässe“ immer noch gute Dienste. Mit der verpackten Digicam kann man nicht nur Tauchen, auch wenn es hier hauptsächlich darum geht.

Was lange halten soll, muß auch gepflegt werden. Ein gewisses Maß an Pflege und Gewissenhaftigkeit beim Einbau der Kamera ins Gehäuse, muß erbracht werden. Da sich Wasser bekanntermaßen nicht mit elektrischen Schaltkreisen verträgt, ist ein Wassereinbruch während des Tauchgangs meißt das unwiderrufliche Aus für die Digicam. In der Regel beschränkt sich die Pflege auf das Säubern und Fetten des O-Ringes im Rückdeckel.

Um noch einmal drauf hinzuweisen: Fett dichtet nicht!

Das Fetten des O-Rings dient ausschließlich dazu, den O-Ring geschmeidig zu halten und vor Abrieb zu schützen. Ist der O-Ring nicht gefettet, wird im laufe der Zeit das Material beim Schließen des Deckels vom O-Ring abgerieben. Dadurch wird er unförmig und dichtet früher oder später nicht mehr richtig ab. Wird der O-Ring gefettet, flutscht es bedeutend besser, da der Rückwanddeckel des Gehäuses auf einem Schmierfilm gleitet. Beim Fetten gilt nicht, „viel hilft viel“. Es sollen sich keine Fetttropfen auf dem Dichtring befinden, nur leicht glänzen soll er. Fett hat die Eigenschaft jede Art von Verunreinigungen an sich zu binden. Seien es Sand, Haare oder Flusen eines ungeeigneten Reinigungstuches. Weniger ist hier mehr. Spätestens wenn man nur das vom Hersteller autorisierte O-Ring-Fett benutzt, gebietet der Geiz Einhalt bei der Verwendung der Schmiermittel. 10 Euro für 5 Gramm Fett lassen die güldene Errungenschaft für die Liebste im letzten Urlaub, als richtiges Schnäppchen erscheinen.

Unbeachtet sollte man die Hinweise auf ungeeignete Fette jedoch nicht lassen. Verträgt sich das Schmiermittel nicht mit dem Dichtring, kann es ihn quellen lassen und er flutscht aus der ihm angedachten Nut.

Auch das einfachste Gehäuse hat jedoch nicht nur einen Dichtring. Jede Durchführung zum Bedienen einer Kamerafunktion ist über einen O-Ring im Gehäuse abgedichtet. Diese O-Ringe altern auch. Mehr noch als der vom Besitzer, gepflegte O-Ring im Rückdeckel.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis diese Dichtringe mangels Schmiermittel durch Abrieb für Wasser beim Tauchen durchlässig werden. Für manche Gehäuse gibt es aber auch hier umfangreiche Ersatzteilsets, die sämtliche Dichtringe umfassen. Bei anderen Herstellern stößt man wiederum schon bei der Frage nach einem Ersatz-O-Ring für den Rückdeckel auf Unkenntnis.

Wer also ein neues Gehäuse kauft, sollte direkt das komplette Pflege- Revisionsset mitordern, auch wenn es mit weiteren 20-40 Euro zu Buche schlägt. Bedenkt, dass die vermeintlich teuren Verschleißteile vielleicht schon nach wenigen Monaten nicht mehr erhältlich sind, wenn überhaupt. Eine Ersatzteilversorgung wie bei einer Nikonos V oder den Motormarinemodellen wird man bei keinem der Hersteller für die „Einfachgehäuse“ finden. Dafür ist dieser Markt einfach zu schnelllebig und die Absatzzahlen zu gering, um eine Lagerhaltung zu rechtfertigen. Je verbreiteter das Gehäusemodell, desto wahrscheinlicher ist es, auch Ersatz- oder Verschleißteile zu bekommen. Auch hier liegt man bei den Olympusgehäusen wieder auf der richtigen Seite, sofern man sich an Fachleute wie aus dem Hause Finger hält.

Sind die O-Ringe gefettet, obliegt dem Benutzer eigentlich nur noch, dass Gehäuse nach dem Tauchgang im Salzwasser ordentlich mit Süßwasser zu spülen. Das geschieht natürlich bei entfernter Kamera und geschlossenem Gehäuse. Dabei sollten dann auch alle beweglichen Teile des Gehäuses wirklich bewegt werden, um dem Salz keine Möglichkeit zu geben ein stilles Örtchen zu finden, wo es seine stark korrodierenden und zerfressenden Eigenschaften ausspielen kann. Auch eingetrocknete Wassertropfen auf der Planglasscheibe des Objektivtubus können Spuren hinterlassen, die sich anschließend nicht mehr beseitigen lassen. Ist das Gehäuse gespült und abgetrocknet, hat man vorerst eigentlich genug getan. Erst zu Hause sollte man das Gehäuse im geschlossenen Zustand mal richtig einweichen, damit auch letzte Salzspuren aus den unzugänglichen Ritzen aufgelöst werden und verschwinden.

Gibt der Hersteller nichts anderes an, so hat sich Spülmittel mit max. 30 Grad warmem Wasser zur Reinigung bewährt. Wärmer als 30 Grad wird das Wasser auch in tropischen Gefilden nicht und für dieses Einsatzgebiet sind die Gehäuse schließlich konzipiert – für den Hobbytaucher und Gelegenheitsfotografen.

Direkte Sonneneinstrahlung oder klirrende Kälte mögen die Kunststoffgehäuse wiederum weniger. Die Hitze läßt das Material weich werden, die eisige Kälte macht es Spröde. Behandelt man das Gehäuse was die Temperaturen angeht, wie die Digicam selbst, liegt man in der goldenen Mitte.

Ist die Tauchsaison vorbei, reinigt man das Gehäuse, entnimmt den O-Ring und fettet ihn und lässt das Ganze ordentlich verpackt in einer vor Tageslicht geschützten Ecke der nächsten Tauchsaison harren. Es sei denn es geht ins Schwimmbad, zum Skifahren oder zu einer anderen Gelegenheit, bei der die Digicam widrigen Bedingungen ausgesetzt ist.

Das sollte das Gehäuse bieten:

1) Durchführung für sämtliche Kamerafunktionen

2) Druckfest bis mindestens 4 bar (30 Meter)

3) Aufnahme für eine Stativschraube

4) Aufnahmevorrichtung für einen Weitwinkel- oder Telekonverter

5) Externer Blitzanschluß

Zu 1) Durchführung für sämtliche Kamerafunktionen

Viele Funktionstasten der Digicams sind mehrfach belegt. Ist eine Taste nicht von außen zu bedienen, können oft gleich mehrere Funktionen nicht bedient werden. Da heute selbst Gehäuse in der 200 Euro Klasse diese Anforderung erfüllen, sollte man sich nicht mit weniger zufrieden geben.

Zu 2) Druckfest bis 4 bar (30 Meter)

30 Meter lautet meist das Tiefenlimit auf Tauchbasen in so bedeutenden Urlaubsgebieten wie den Malediven oder in Ägypten am Roten Meer. Das sollte dann auch die Mindestanforderung an das Gehäuse der Digicam sein. Weist der Hersteller 40 Meter als Maximum aus, umso besser. Tiefer ist kaum eines beschrieben. Für den Ottonormaltaucher ist dies in der Regel auch ausreichend, wird tiefer getaucht, muß die Kamera halt mal an Bord bleiben. Selten gibt es in 50 oder 60 Meter Tiefe etwas abzulichten, was sich nicht auch in 20 oder 30 Meter finden lassen würde.

Das PT-010 von Olympus ist für 30 Meter ausgelegt. Getaucht ist der Autor mit diesem Gehäuse auf 42 Meter. Die Kamera hat es überlebt, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Zu 3) Aufnahme für eine Stativschraube

Wer seine Digicam im Gehäuse auf einer Blitzschiene befestigen will, braucht eine Befestigungsmöglichkeit. Die Stativschraubenaufnahme sollte daher Standard sein und ist es auch. Eine Verschraubung ist wenig genug, da das schwere Equipment in Form von Blitzarm, Blitz sowie eines Konverters schwer genug ist, um sich an dieser einen Befestigung um die eigene Achse zu drehen. Ein zweiter Arretierungspunkt muß her, um das ganze nicht zum unkontrollierten Brummkreisel werden zu lassen. Es gibt Hersteller von Zubehör, die geeignete Lösungen als Befestigungsmaterial anbieten. Eine gute Alternative ist die von mir bereits erwähnte Proline-Schiene von Mike-Dive, da sie die Stativschraubenaufnahme komplett in einer Aussparung aufnimmt und so für sicheren und verdrehsicheren Halt sorgt.

Zu 4) Aufnahme für einen Weitwinkel- oder Telekonverter

Wer einen Objektivvorsatz verwenden möchte, der ist auf die Möglichkeit angewiesen, einen Konverter vor dem Kameraobjektiv zu positionieren. In der Regel erfolgt dies durch ein Feingewinde am Objektivtubus, der in der Lage ist, einen solchen Konverter aufzunehmen. Ist ein solches Gewinde nicht vorhanden, ist es meist nicht möglich ein anderes Objektiv als das der Kamera, welches sich im Gehäuse befindet zu verwenden. Ausnahmen, die eine andere Möglichkeit der Konverterbefestigung bieten gibt es aber auch hier. z.B Minolta Dimage X und Xi im MC-DG 100 Gehäuse.

Zu 5) Externer Blitzanschluß

„Licht ist die Seele der Unterwasserfotografie!“

Dieser Satz stammt nicht aus meiner Feder, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Ohne einen externen Amphibienblitz, wird der ambitionierte Fotograf auf Dauer nicht glücklich werden. Besteht auf der einen Seite die Möglichkeit einen externen Blitz über den optischen Digitaladapter auch ohne Kabelverbindung auszulösen, bietet die Kabelgebundene oder auch die IR-Technik jede Menge Vorteile, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Speziell jetzt, da endlich auch UW-Gehäuse mit externem Blitzanschluß verfügbar sind. Leider wieder einmal nur für Olympus. Einen ausführlichen Bericht zu den Themen Blitzlicht und was möglich ist, findet Ihr ebenfalls hier auf der Page von Mike-Dive.

Tolle Fotos wünscht Euch, Ivo Vaeßen

Stand: 31.08.2004 (ohne Gewähr)

3 Welche digitale Kamera für UW Aufnahmen (Autor: Ivo Vaeßen)

Der Markt an Digicams für die es auch UW-Gehäuse gibt, ist mittlerweile sehr umfangreich geworden. Leider eignen sich nicht alle Modelle gleichermaßen um auch gewachsenen Ansprüchen zu genügen. Da ich mittlerweile einige Erfahrungen im Einsatz mit UW-Digicams sammeln konnte, habe ich mal zusammengefaßt, was die Kamera mindestens leisten sollte. Vielleicht hilft es dem Ein oder Anderen von Euch weiter.

Das sollte die Digicam an Ausstattung haben:

1. Optisches Zoom 2,5 – 3 Fach

2. Mindestauflösung von 3 Megapixel (nicht interpoliert)

3. Manuelle Zuschaltung des Blitz (Zwangsblitz)

4. Manuelle Abschaltung des Blitz (Zwangsabschaltung)

5. Formatumschaltung von 4:3 auf 3:2

6. Manuelle Vorwahl der Blende

7. Manuelle Vorwahl der Verschlußzeit

8. Manuelle Einschaltung des Monitors

9. Manuelle Blitzkorrektur

10. Spottmessung

11. Der Schärfenspeicher

Zu 1.) Optisches Zoom 2,5 – 3 Fach

Eine Festbrennweite (starres Objektiv) ist kein Ersatz für ein Zoomobjektiv.

Gerade im Aufnahmeabstand von 20 – 60cm werden die meisten guten Aufnahmen mit der Programmautomatik gemacht. Hier ist der optische Zoom Gold wert. Bei der Festbrennweite bleibt nur die Möglichkeit sich vom Motiv zu entfernen oder sich ihm zu nähern. Nicht jeder Fisch lässt den Fotografen auf kürzeste Distanz heran. Wünschenswert ist hier ein Objektiv, dass vom Hersteller eine möglichst weitwinklige Optik eingebaut hat. Besser eine 32 – 96mm Optik, als ein 40 – 110mm (umgerechnet auf das Kleinbildformat), da der Bildwinkel unter Wasser eh kleiner wird. Sogar 28mm Optiken sind mittlerweile im Programm vertreten (Olympus C-5060WZ).

Den Digitalzoom der Digicam kann man getrost vergessen. Er bringt weder über noch unter Wasser brauchbare Ergebnisse. Da ist es schon sinnvoller eine Ausschnittsvergrößerung anschließend am PC oder Mac zu gestalten.

Zu 2) Mindestauflösung von 3 Megapixel (nicht interpoliert)

Eine Mindestauflösung von 3 Megapixel reicht für Ausdrucke auf DIN A4 (29,7 x 21cm). Das ist ein Format, welches hinter Glas mit Passepartout auch im Wohnzimmer noch einen schönen Wandschmuck abgibt. Bei Tests mit 2 Megapixel ergaben sich brauchbare Ausdrucke mit wenig Körnung bis 18 x 13cm – ein wenig mehr dürfte also schon sein. Bei 4 Megapixel liegt ein gutes ausgedrucktes Bild irgendwo zwischen A4 und A3.

Kamerafunktionen die 2 Megapixel auf 4 Megapixel interpolieren, kann man vergessen. Hier werden Bildpunkte ins Bild gerechnet, die real nicht existieren und die nicht zur Qualitätsverbesserung bei großformatigen Ausdrucken beitragen. Stand der Technik sind heute schon 5-6 Megapixel wie bei der C-5060WZ. Sogar 8 Megapixel findet man im Olympusprogramm – wie bei der C-8080, die allerdings aus verschiedenen Gründen für die UW-Fotgrafie weniger geeignet ist. Zumindest solange nicht, bis das Problem nicht verfügbarer Weitwinkelkonverter gelöst ist.

Zu 3.) Manuelle Blitzzuschaltung (Zwangsblitz)

Bei Benutzung der Programmautomatik der Digicam, reicht das Umgebungslicht gerade in tropischen Gewässern auch auf 10m locker aus, um ein Bild vernünftig zu belichten. So kommt es vor, dass die Programmautomatik den Blitz nicht zündet Das Bild ist zwar hell genug, aber die Farben sind völlig auf der Strecke geblieben. Speziell die Rottöne sind schon nach wenigen Metern verloren und erst durch Kunstlicht, hier durch den internen Kamerablitz, kommen sie wieder zum Vorschein. So muß man also den Blitz manuell zuschalten können, um farbenfrohe Bilder zu bekommen.

Zu 4.) Manuelle Blitzabschaltung

In heimischen Gewässern oder in größerer Tiefe, in denen es an Umgebungslicht mangelt, wird die Programmautomatik den Blitz automatisch aktivieren. Dies kann aber sehr hinderlich sein, wenn z.B. in einem Gewässer mit stark eingeschränkten Sichtweiten fotografiert wird. Da der interne Kamerablitz sehr nah an der optischen Achse der Kamera sitz, werden alle Schwebteilchen die sich zwischen Objektiv und Motiv befinden angestrahlt und sind auf dem Bild als Schneegestöber sichtbar. Ein derartiges Bild haut keinen vom Hocker und ist unbrauchbar. Hier hilft nur die Abschaltung des internen Blitzes oder die Verwendung eines externen Amphibienblitzes und eine Kameraperspektive von unten nach oben, um möglichst viel Umgebungslicht einzufangen.

Zu 5.) Formatumschaltung 4:3 auf 3:2 (Monitorformat auf Kleinbildformat)

Digicams sind in der Regel dafür ausgelegt, dass die Bilder auf einem Computermonitor angezeigt werden. Dessen dargestelltes Bild weist ein Seitenverhältnis von 4 Teilen in der Breite und 3 Teilen in der Höhe auf. Das Kleinbildformat, welches man von den Bildern analoger Kameras kennen, hat jedoch ein Seitenverhältnis von 3:2. Also 3 Teile in der Breite, zu 2 Teilen in der Höhe. Klassische Kleinbildformate sind z.B. 9x13, 10x15 oder auch 13x18. Bei all diesen Formaten entspricht das Seitenverhältnis nahezu einem Verhältnis von 3:2

Lassen wir jetzt ein Bild, welches im Monitorformat aufgenommen wurde im Fotoshop entwickeln, so bekommen wir einen Abzug auf dem entweder oben und unten ein Teil des Bildes abgeschnitten wurde oder wir bekommen ein Bild das breite weiße Ränder aufweißt. Wurde das Bild oben und unten beschnitten kann es durchaus sein, dass wichtige Bildinhalte verloren gingen z.B. der Kopf des fotografierten Fisches.

Hat das Bild weiße Ränder müssen diese mit der Schere entfernt werden. Manche Shops entfernen die Ränder auch selbstständig, jedoch stellt ein 4:3 Foto keinen schönen Anblick im Album dar. Auch sind fertige Bilderrahmen mit Glas und Rückwand, welche im Handel erhältlich sind, oft auf das 3:2 Format ausgelegt.

Ein Foto, dass mit einer Olympus Camedia C-4000 im Format 4:3 bei einer HQ-Kompremierung aufgenommen wird, hat eine Größe von 2288x1712 Pixel wird das gleiche Foto im Seitenverhältnis von 3:2 aufgenommen, so ergibt sich eine Bildgröße von 2288x1520 Pixel.

Daraus ergibt sich rechnerisch eine Auflösung von 3917056 Pixel im 4:3 Format und eine Auflösung von 3477760 Pixel im 3:2 Format. Die Auflösung ist also scheinbar geringer. Tatsächlich ist aber der Bildausschnitt kleiner, da im 3:2 Format oben und unten die Bildränder beschnitten sind. Die Qualität hat also nicht gelitten, nur der Ausschnitt hat sich geändert.

Auf dem Kameramonitor ist das gut zu erkennen, da im 3:2 Modus auf einmal oben und unten schwarze Balken zu erkennen sind, wie man es vom Fernseher kennt, wenn Kinofilme im 16:9 Format ausgestrahlt werden.

Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass mehr Bilder auf die Speicherkarte passen. So sind es bei einer 64MB Karte mit der Auflösung HQ beim Bildformat 4:3, 65 Bilder Im Format 3:2 sind es dagegen 72 Bilder, da die Datenmenge geringer ist. (Beispiel an einer C-4000) Dies ist jedoch nur ein Nebeneffekt, der bei den heute erhältlichen Kartengrößen eine untergeordnete Rolle spielt.

Die 3:2 Funktion werden unter Anderem von der C-4000Z, C-5050, C-5060 und der C-8080 unterstützt.

Zu 6.) Manuelle Wahl der Blende

Wichtig kann auch die Möglichkeit einer manuellen Vorwahl der Blende sein. Gerade in Verbindung mit einem Weitwinkelkonvertern, kann es geschehen, dass die Programmautomatik eine zu kleine Blende (große Blendenöffnung) wählt. Dies geschieht vorzugsweise bei geringem Umgebungslicht. Mit einer Blende von z.B. f=2,8 erhält man aber keine Bilder mit ausreichender Schärfentiefe. Wer einen großen Zackenbarsch fotografiert, hat vielleicht ein scharfes Maul oder Auge, der Rest des Fisches wird jedoch sehr unscharf abgebildet, was dann wiederum ein wenig attraktives Bild ergibt.

Hier hilft nur abblenden. Durch die Wahl einer kleineren Blende (größere Blendenzahl) z.B. f=5,0 werden dann auch die restlichen Bildinhalte scharf dargestellt. Hierzu muß dann aber manuell eingegriffen werden und ein manueller oder halb manueller Modus an der Kamera gewählt werden.

Es gibt Modelle die die Wahl der Blende, der Verschlußzeit oder beides manuell zulassen.

Zu 7.) Manuelle Verschlusszeit


Bei voller Weitwinkelstellung geht die Kamera auf eine Verschlußzeit von 1/30 sec. (Beispiel an der Olympus C-4000Z). Dadurch nimmt sie viel des vorhandenen Umgebungslichtes auf, was zu Überbelichtungen, unnatürlichen Farben (grün und blau) und Bewegungsunschärfen führt. Verschärft wird das deutlich wenn auch noch auf hellem Sandgrund fotografiert wird, der das Licht von oben zusätzlich reflektiert.

Wenn dasselbe Bild mit einer Verschlußzeit von z.B. 1/100 oder 1/125 aufgenommen wird, sind die Farben wie sie sein sollen und das Bild ist scharf.

Ein Wrackfoto z.B. in einer größeren Tiefe oder bei niedrigem Sonnenstand (überall wo das Tageslicht nicht mehr so intensiv ist) kann man auch mit einer 1/30 sec. Belichtungszeit machen. Vorraussetzung ist aber weniger Umgebungslicht und wenig oder besser keine Bewegung im Bild. Zusätzlich rate ich noch bei der C-4000, ISO100 als Empfindlichkeit einzustellen. Das verhindert erstens das Bildrauschen und zweitens, dass die Kamera automatisch ISO400 wählt, was die Überbelichtungen wiederum unterstützen könnte.



Wenn man übrigens den optischen Zoom verwendest, erledigt sich das Überbelichtungsproblem meist von allein, da die Kamera beim Zoomen die Verschlußzeit verkürzt.

Beispiel C-4000Zoom:

Volle Weitwinkelstellung (32mm Brennweite)
Verschlußzeit:1/30

Volle Telestellung (96mm Brennweite)
Verschlußzeit: 1/100

Das macht auch Sinn!
Wenn man voll gezoomt hat, entstehen ja schon enorme Wackler am Objektiv, auch wenn man die Kamera kaum bewegt. (Das lässt sich prima mit einer 10-fach Zoom Kamera probieren. Da hat man in der vollen Telestellung schon Probleme einen Kirchturm mittig im Display zu halten)
Das lässt sich auch mit dem Digitalzoom einer C-400Z oder C-5050 probieren, der Effekt ist ähnlich.
Wenn da noch 1/30sec. Verschlußzeit zum Einsatz käme, wäre jedes Bild verwackelt.

Die Kamera braucht die kurzen Verschlußzeiten um die Bewegung einzufrieren. Die Verschlusszeit lässt sich im manuellen Modus bei vielen Olympus Kameras festlegen. Die Bildergebnisse stimmen durch die sich ändernde Blitzsteuerung trotzdem.

Zu 8.) Manuelles Ein- Ausschalten des Kameramonitors

Der LCD-Monitor ist neben dem internen Blitz der große Stromfresser der Digicam. Er sollte zwischen den Aufnahmen ein- und ausschaltbar sein, damit der Akku während des Tauchgangs nicht schlapp macht.

Zu 9.) Manuelle Blitzkorrektur

Dem internen Kamerablitz wird gerade bei Aufnahmen in tropischen Gewässern mit teils hervorragenden Sichtweiten eine zentrale Aufgabe zuteil. Natürlich auch in einem klaren Bergsee, jedoch ist dies nicht unbedingt das bevorzugten Revier von reinen Urlaubstauchern.

Wird mit der Programmautomatik fotografiert, ist es wünschenswert, wenn man dem Blitz ein wenig mehr an Leistung entlocken kann als es die Programmautomatik tut. Bei einigen Digicams lässt sich die Blitzleistung mittels Tastendruck steigern oder verringern. Verringern wird man kaum einmal, der Wunsch nach mehr Blitzleistung wird jedoch sehr häufig aufkommen. Hat man ein Foto gemacht und es sich kurz auf dem Monitor angeschaut, kann man per Tastendruck die Blitzleistung ein wenig heraufsetzten und ein weiteres Foto schießen. Dem sind natürlich Grenzen gesetzt, da der interne Blitz schnell an seine Leistungsgrenzen stößt oder das Bild überbelichtet wird.

Zu 10.) Spottmessung

Bei der Spottmessung werden gezielt die Lichtverhältnisse in einem kleinen Bereich des Bildes berücksichtigt. Dieser Bereich wird dann auf dem Monitor durch z.B. ein kleines Fenster in der Bildmitte angezeigt.

Macht man nun z.B. ein Foto einer Muräne oder eines anderen dunkel gefärbten Fisches, wird das geringe Reflektionsvermögen des Motivs im Spotfenster an die Kamera übermittelt und die Digicam wählt eine andere Belichtung. In diesem Fall eine etwas stärkere Blitzleistung um das Hauptmotiv besser auszuleuchten. Hierzu muß man wissen, dass viele Digitalkameras über eine Doppelblitzfunktion verfügen. Ein kurzer Blitz wird ausgesendet, die Kamera registriert das Reflektionsvermögen des Motivs und zündet einen zweiten Blitz für das eigentliche Bild. Kommt viel Licht vom Motiv zurück (helles Motiv), ist der zweite Blitz schwächer in der Leistung. Kommt wenig Licht zurück (dunkles Motiv) fällt der zweite Blitz kräftiger aus. Ist die Spotmessung nicht aktiviert, werden die Lichtverhältnisse des gesamten gezeigten Monitorbildes berücksichtigt und es wird ein Mittelwert berechnet.

Einige Kameras bieten auch die Möglichkeit mehrere Belichtungspunkte zu messen um einen Mittelwert für die Aufnahme zu errechnen. Unter Wasser rate ich davon ab, da dies einen erheblichen Zeitaufwand darstellt und unter dem Einfluß einer oft vorhandenen, leichten Stickstoffnarkose (Tiefenrausch) zur unlösbaren Aufgabe werden kann. Auch hält nicht jedes Motiv solange still, bis man alle Einstellungen vorgenommen hat.

Auch im Bereich der Makroaufnahmen, wo oft die unterschiedlichsten Lichtverhältnisse innerhalb eines einzelnen Motivs vorherrschen können, leistet die Spotmessung gute Dienste.

Zu 11.) Der Schärfenspeicher

Digicams leiden bekanntlich unter ihrer Auslöseverzögerung. Der Auslöser wird gedrückt und es vergeht eine scheinbar unendliche Zeit bis das Bild auf dem Monitor eingefroren wird und auf dem Speichermedium abgelegt wird.

Was bei unbeweglichen Motiven nahezu keine Rolle spielt, kann den Fotografen bei agilen maritimen Lebewesen zur Weißglut bringen.

Gerade noch im Bild des Monitors befindlich, ist der kleine Clownsfisch schon wieder auf Angriffskurs gegen seinen Beobachter.

Drückt man den Auslöser der Digicam, stellt das Objektiv erst einmal Scharf, bevor sich die Blende öffnet und der Chip belichtet wird. Vorbei sind die Zeiten der analogen Spiegelreflexkameras, die dies in kürzester Zeit auf Knopfdruck erledigen. Bis zu 2 Sekunden kann dieser Vorgang bei den digitalen Sucherkameras dauern. Zu lang für unseren kleinen hektischen Clownsfisch, der vehement seine Anemone verteidigt.

Hier kann der Schärfespeicher gute Dienste leisten. Die Anemone anvisiert und den Auslöser halb durchgedrückt (Kamera stellt scharf, löst aber noch nicht aus), wartet man bis der kleine Bursche wieder zurück in seine Festung kehrt und drückt den Auslöser nun ganz durch um den Chip zu belichten. Ein scharfes Bild ist das Resultat, da die Schärfenebene zuvor festgehalten wurde.

Glücklicherweise sind moderne Digicams wie z.B. die C-5060WZ mit den Anforderungen gewachsen. Sie lösen deutlich schneller aus, als es noch bei Modellen vor einem Jahr der Fall war. Mit Ihnnen fällt auch die Jagd auf die kleinen Hektiker leichter als bisher.

Mehr Berichte und Tipps – hier bei Mike-Dive.

Tolle Fotos wünscht Euch, Ivo Vaeßen

Stand: 31.08.2004

 

4 Der optische Digitaladapter (nicht IR oder C) mit Sea&Sea Blitzen (Autor: Ivo Vaeßen)

Für das praktische Arbeiten mit der Digicam und dem Sea&Sea YS-60TTL/S sowie YS-60TTL/N mit dem Digitaladapter von Matthias Heinrichs, habe ich Euch hier mal meine Erfahrungen aus vielen Tauchgängen zusammengestellt.

Auf der Suche nach einer externen Beleuchtung für meine C-4000Z im PT-010 bin ich nach verschiedenen Tests mit einem Sklavenblitz von Epoque (ES-150DS) und einer Videobeleuchtung von Hartenberger, auf den Digitaladapter von Matthias Heinrichs gestoßen. Das war bereits im Jahr 2002.

Das Thema Sklavenblitze und Videobeleuchtung habe ich für mich abgeschlossen, da sie keine befriedigenden Ergebnisse geliefert haben. Einfache Sklavenblitzsteuerungen haben keine vernünftigen Belichtungen gebracht und Videobeleuchtungen sind ausgenommen vom Nahbereich einfach viel zu Leistungsschwach.

Nachdem ich dann einen Digitaladapter mit Nikonosanschluß zu Testzwecken bei Herrn Heinrichs geordert hatte und ein Blitz SB-105 von Nikon von einem Tauchkollegen organisiert war, funktionierte erst mal gar nichts.

Trotz aller Tests die ich streng nach der Beschreibung von Herrn Heinrichs probierte, war der Digicam kein ordentlich belichtetes Bild zu entlocken. Die Bilder waren alle deutlich unterbelichtet.

Bei Tests meine ich zwei Wochen des Probierens mit mehr als 1000 Bildern.

Aber manchmal lohnt es sich dann doch nicht locker zu lassen. Im Internet lernte ich Michael Finger (Mikedive) kennen, der zu der Zeit mit der Entwicklung von Blitzschienen und Blitzarmen, sowie Halterungen für den Digitaladapter beschäftigt war. Es stellte sich dann heraus, dass Michael ebenfalls mit Herrn Heinrichs in Kontakt stand und mit Ihm den Umbau für den Sea&Sea Blitz YS-60TTL/N realisiert hatte.

Lange Rede kurzer Sinn: Nach ein paar Mails haben wir uns getroffen und sind mit den Kameras (damals beide Olympus C-3000Z und C-4000Z im PT-010) und den umgebauten Blitzen zum Tauchen gegangen. Auch bei den Unterwasserbildern zeigte sich, dass der externe Blitz zwar zündete, aber nur unterbelichtete Bilder erbrachte.

Unverrichteter Dinge trennten wir uns wieder, bis ich abends bei weiteren frustrierenden Versuchen eine Entdeckung machte.

Ursprünglich war der Adapter seitlich am Gehäuse befestigt, damit er das Licht des internen Kamerablitzes registrieren konnte, um dann seinerseits selbst auszulösen. Das tat er auch, sogar mit Kameravorblitz, was für die Belichtung wichtig war. Er tat es allerdings kraftlos, so das die Bilder alle zu dunkel waren.

Bei meinen Versuchen montierte ich den Adapter jetzt unmittelbar vor den internen Blitz der Digicam und bekam auf einmal ein „blitzsauber“ belichtetes Bild.

Aber zunächst nur einmal. Das direkt darauf folgende Bild war wieder zu dunkel. Aber auch hier fand ich die Lösung dann schnell heraus. Durch den Umbau der Blitzelektrik, verlängerte sich die Blitzfolgezeit. Zwar zeigte die TTL-Bereitschaftslampe des Sea&Sea YS-60TTL/S Bereitschaft an, tatsächlich musste ich weitere 8-10 Sekunden warten, bis mir wieder die volle Leistung bereitstand.

Das war der Durchbruch.

Noch am selben Abend rief ich Michael (Mike-Dive) an, der den Test sogleich an seiner C-3000 mit einem YS-60TTL/S und einem YS-60TTL/N nachvollzog und ebenfalls erstmalig und sofort einwandfreie Ergebnisse erzielte.

Dabei stellte sich dann auch heraus, dass von der langen Blitzfolgezeit nur den YS-60TTL/S nicht aber der YS-60TTL/N betroffen war. Dies hängt mit der Elektronik zusammen – fragt Michael, der kennt sich da besser aus. Ich bin da mehr fürs Fotografieren zuständig.

Ich selbst fotografierte bis Anfang 2004 auch mit dem YS-60TTL/S und konnte mit den Blitzfolgezeiten gut leben, da die Kamera ja auch etwas Zeit brauchte, bis die Bilder auf der Speicherkarte abgelegt waren. Und für Schnappschüsse ist die C-20xx – C-40xx Digicamserie, ja leider eh nicht die Beste. Es sei denn, man betreibt sie im rein manuellen Modus – dazu an anderer Stelle mehr.

Übrigens: Bei den Blitzen steht das TTL/N für Nikonos und das TTL/S für Sea&Sea Anschlüsse, da diese Blitze sowohl für Sea&Sea Kameras als auch für die Nikonosmodelle gebaut werden.

Also ganz wichtig:

Der Digitaladapter muss unbedingt direkt vor dem internen Blitz der Digicam montiert werden damit er einwandfrei funktioniert. Auf der Seite von Herrn Heinrichs steht, dass man ihn beliebig am Gehäuse montieren kann, solange er noch Licht vom internen Blitz abbekommt. Das stimmt zumindest für die Olympus Modelle nicht und erklärt vielleicht, warum man immer wieder von Anderen hört, dass die Bildergebnisse unbefriedigend wären.

Da nun geklärt wäre dass der Adapter funktioniert, bleibt die Frage welchen Blitz man sich nun besorgen soll?

Bei meinen Tauchgängen hat sich immer wieder gezeigt, dass die YS-60 Modelle sehr gute Allrounder sind. Mit zwei Blitzen habe ich sogar Bildwinkel des INON UWL-100Typ2 mit Domeport, welches in Verbindung mit der C-4000 immerhin einen Bildwinkel von 130 Grad unter Wasser erlaubt, perfekt ausgeleuchtet.

Des weiteren sind die 60er Modelle kompakt gebaut, leicht vom Gewicht, zuverlässig und verhältnismäßig günstig in der Beschaffung.

Außerdem ist bei Michal Finger auch das Zubehör praxistauglich und preiswert zu bekommen. Ein Punkt, den man nicht außer Acht lassen sollte. Die nächst größeren Modelle YS-90 und YS-120 bringen nicht mehr Leistung! Dafür sind sie deutlich teurer, besitzen aber nur wenige nützliche zusätzliche Features für die Benutzer der Digicams mit Digitaladaptern. Wer bereit ist mehr auszugeben, sollte über den kauf eines zweiten YS-60 nachdenken. Dies macht allerdings nur Sinn, wenn auch ein entsprechendes Weitwinkel benutzt wird. In der Makro- und Nahbereichsfotografie kann man gut mit einem Blitz leben, sofern event. auftretende Schlagsschatten nicht als zu sehr störend empfindet. Mehr Licht verspricht der Inon Z220 Blitz, der allerdings preislich auch schon wieder in einer anderen Liga spielt. Der Vollständigkeit halber muss auch der Subtronic Mini – TTL erwähnt werden, der ebenfalls mehr leistet aber auch teurer ist. Ein YS-300TTL/S oder YS-350TTL-Pro von Sea&Sea ist dann ein echtes Schwergewicht an der kleinen Digicam. Das mag nicht mehr jeden ansprechen, da die Apparatur insgesamt schon recht gewaltig ausfällt. Was an Land recht mühsam zu transportieren und zu Händeln ist, entpuppt sich Unterwasser allerdings als völlig Problemlos. Federleicht hängt der Blitz am Blitzarm – kein Wunder, bei fast 300Gramm Auftrieb. Kaum zu überbieten ist dann auch die Lichtausbeute, die der großen Ringblitzröhre entweicht. Wer dieses Kraftpaket verwendet, hat mit Ausleuchtsorgen nur noch wenig am Hut. Schlucken wird man allerdings, wenn man sich die Preise anschaut. Spätestens hier wird dann klar, dass es sich auch preislich um ein Profigerät handelt. 1459€ werden als offizieller Preis für den YS-350TTL-Pro genannt. Ein gebrauchter YS-300TTL/S der aktuell nicht mehr von Sea&Sea gebaut wird, wird auch noch zwischen 650-900€ gehandelt.

Ich wünsche Euch ein glückliches Händchen bei Eurer Entscheidung,

euer Ivo Vaeßen

Stand 01.09.2004

 

5 Fotografieren mit der Basisoptik und dem internen Blitz (Autor: Ivo Vaeßen)

Bei all den Diskussionen um Weitwinkelkonverter und externe Blitzgeräte, vergisst man schnell die kameraeigene Basisoptik zur Bildgestaltung richtig zu nutzen. Zu unrecht, wenn man diese da einsetzt, wo sie ihre Stärken hat. Diese liegen zweifelsfrei im Nahbereich. Jener Bereich also, den man mit einem ausgestreckten Arm gerade noch so erreichen kann.

Schaut man sich die Basisoptik der gängigen digitalen Kompaktkameras einmal an, so findet man meist Brennweiten vor, die umgerechnet auf das Kleinbildformat zwischen 32 und 40mm in der Weitwinkelstellung und 90mm bis 120mm in der Telestellung betragen.

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen wie z.B. verschiedene Modelle von Nikon deren Weitwinkelbereich bereits bei 28mm beginnt oder Modelle von Olympus deren Teleobjektiv bis 360mm Brennweite reicht.

Besitz man nun ein Modell dessen Brennweite von ca.35mm – 100mm reicht, mit dem passenden Unterwassergehäuse, so wird man die besten Ergebnisse mit dem internen Blitz nur im sehr klaren Wasser erhalten. Damit ist eine Sichtweite von 25m und mehr gemeint.

Vermeintlich gute Sichtweiten von 10m führen leider immer noch zu erheblichen Reflektionen, die auf den Aufnahmen in Form von wenig ansehnlichen dicken Sedimentschwebeteilchen führen.

Aufnahmen ohne Blitz sind mit der Basisausstattung nur im absoluten Flachwasser bei sehr guten Lichtverhältnissen (hoher Sonnenstand) möglich.

Damit ist das Einsatzgebiet von Kamera und internem Blitz eigentlich schon abgesteckt.

Tropische oder Subtropische Gewässer mit einer Vielzahl an maritimem Leben sind das Revier dieser Kameraausrüstung. Auch ein klarer Bergsee würde sich prinzipiell anbieten, hat aber deutlich weniger an geeigneter Flora und Fauna anzubieten. Bergseen sind das Revier von Weitwinkelobjektiven, mit denen Landschaften mit Tauchern abgelichtet werden.

Beliebte Urlaubstauchziele wie das Rote Meer oder die Malediven sind hier die geeigneten Kandidaten, um den Digicams in der Grundausstattung gute Bilder zu entlocken.

Hier gilt es jedoch ein paar einfache Grundregeln einzuhalten.

Ran ans Motiv lautet die wichtigste aller Devisen. Kann ich das Motiv nicht mit dem ausgestreckten Arm erreichen, ist es schon zu weit entfernt um mit dem kameraeigenen Blitz Farben aufs Bild zu zaubern. Wer gelegentlich seine Aufnahme unter Wasser auf dem Display kontrolliert, bekommt schnell ein Gefühl für die richtige Distanz. Nutze diese Möglichkeit der Bildkontrolle, es ist schließlich einer der ganz großen Vorteile bei der Digitalfotografie.

Die Froschperspektive ist der am Besten geeignete Kamerastandort für die meisten Aufnahmen. Aus dieser Position ist es möglich, das Motiv freizustellen und blaues Wasser als Hintergrund zu erhalten. Ist die Froschperspektive nicht möglich, so sollte sich der Kamerastandort wenigstens auf gleicher Höhe mit dem Motiv befinden. Auch hier ist ein Freistellen meist möglich.

Eines sollte man jedoch auf keinen Fall tun – Fische von hinten oder oben ablichten. Niemand interessiert sich für Fischschwänze. Fotografiert man von oben, so wird das Motiv an den Boden genagelt und jegliche Räumlichkeit der Aufnahme geht verloren.

Aufgrund der geringen Weitwinkligkeit der Basisoptiken muss man Motive wählen, die in der Größe geeignet sind. Rotfeuerfische, Drachenköpfe, Falterfische, kleinere Korallen oder Oktopoden wären sehr gut geeignete Motive. An allen maritimen Lebensformen die eine geringe Fluchtdistanz zeigen, kann hervorragend geübt werden. Die Genannten sind auch von der Größe geeignet, formatfüllend auf den Chip gebannt zu werden.

Natürlich eignen sich auch größere Motive wie z.B. eine Schildkröte. Hier sollte man sich jedoch auf Detailaufnahmen wie z.B. den Kopf beschränken. Wollte man sie im Ganzen ablichten, wären auf Grund des großen Motivabstands völlig fehlende Farben die Folge und die Aufnahme würde verblauen.

Zu klein sollte das Gewählte Motiv aber auch nicht sein. Pyjamaschnecken von 1-3cm Größe sind für die 35mm-Optik nicht geeignet. Sie würden nur als kleine Farbkleckse auf dem Bild erscheinen, die große Teile des Formates ungenutzt lassen. Eine Spnische Tänzerin von ca.10-20cm länge ist die bessere Alternative.

Hier den Digitalzoom zu Einsatz zu bringen ist recht verlockend, bringt aber meist nicht den erwünschten Erfolg. Wer trotz allem einen solchen Winzling ablichten möchte, sollte auf den Digitalzoom verzichten und die Vergrößerung am heimischen Computer vornehmen – die Qualität wird besser sein.

Viele Digicams der neuen Generation bieten auch Makroeinstellungen an, die bereits bei 2 – 4cm Motivabstand beginnen. Unter Wasser ist das allerdings nicht zu gebrauchen, da in diesem Modus der interne Blitz kameraintern deaktiviert wird. Das macht auch Sinn, da dieser eh am Motiv vorbeischießen würde. Bei 20cm beginnt in der Regel der Nahmodus mit dem viele Kameras beginnen und die man auch einhalten muss, um scharfe Bilder zu erhalten. Ab diesem Bereich ist auch der interne Blitz zu gebrauchen.

Im übringen ist es kein muss, das das Motiv formatfüllend abgelichtet wir. Man erhält durchaus interessante Ergebnisse, indem das Motiv z.B. ein Rotfeuerfisch angeschnitten abgelichtet wird. Dies kann sowohl von der Seite als auch aus der frontalen geschehen. Je geringer der Motivabstand, desto detailreicher wird auch die Aufnahme.

Auch die Möglichkeit der Umschaltung von farbig auf schwarz/weiß oder Sepia kann zu tollen Ergebnissen führen. Dies kann mit der Software am heimischen PC meist problemlos bewerkstelligt werden und liefert ganz neue Betrachtungsweisen. Bei der Wrackfotografie ist dies schon seit langem ein gängiges Mittel der Bildgestaltung.

Fazit:

Wer die wenigen Grundsätze beim Fotografieren mit der Basisoptik und dem internen Blitz beherzigt und sie im richtigen Tauchrevier einsetzt, wird auch hier tolle Ergebnisse erzielen. Und wie immer gilt: Übung macht den Meister

6 Weitwinkel und Domeport an der digitalen Kamera (Autor: Ivo Vaeßen)

Wer mit der Digicam auf Fotopirsch geht wird schnell feststellen, dass die Basisoptik der Kamera was den Bildausschnitt angeht, schnell an ihre Grenzen stößt. Abhilfe schafft hier ein Weitwinkelkonverter (im Folgenden als WK abgekürzt), zu dessen Einsatzmöglichkeiten und Handhabung ich hier ein paar Tipps geben möchte.

Die Digicams der Kompaktklasse leiden alle an am selben Problem. Die Basisoptik beginnt bei - auf Kleinbild umgerechnet – im günstigsten Fall, einer Brennweite von 28mm und endet meist bei ca. 90 – 120mm.

Das ist eine durchaus brauchbare Optik – für die Fotografie an Land!

Da wir aber am Unterwassereinsatz interessiert sind, stellen wir schnell fest, dass der fette Zackenbarsch nur am Stück auf dem Monitor erscheint, wenn wir 1,5m oder weiter entfernt sind. Grund ist die Verringerung der Weitwinkligkeit unserer Kameraoptik durch das Medium Wasser. Der Bildwinkel wird schlichtweg schmäler. Wir kennen optischen Phänomene unter Wasser bereits von unserer Tauchmaske: z.B. alles ¼ näher, alles 1/3 größer.

Leider ist eine Entfernung von 1,5m oder mehr entschieden zu weit, um mittels eines externen Blitzes noch Farben und Details aufs Bild zu zaubern. Zu bedenken ist auch, dass sich je größer die Entfernung, auch mehr Schwebeteile zwischen Objektiv und Motiv befinden, die der Bildwirkung ebenfalls nicht dienlich sind.

Das Problem wird umso größer, je größer das abzulichtende Motiv wird. Abhilfe schafft hier nur ein Weitwinkelkonverter, im günstigsten Fall in Verbindung mit einem Domeport.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Kein Blitz der Welt wäre je in der Lage in Verbindung mit einem WK ein Wrack auszuleuchten. Jedoch ermöglicht uns der WK ganz neue Perspektiven.

Der Weitwinkelkonverter wird bei den digitalen Sucherkameras in den Polycarbonatgehäusen von außen auf den Tubus des Zoomobjektives geschraubt. Wichtig ist, dass eben jenes Gehäuse auch eine Aufnahme des WK mittels eines Gewindes oder Bajonets erlaubt. Ist diese Aufnahmevorrichtung nicht vorhanden, hat man meist Pech gehabt. Kaum eine andere Lösung wird von den Herstellern hier angeboten. Ausnahmen gibt es jedoch auch hier, wie z.B. Modelle von Canon, für die man eine separate Halterung bekommt, welche Sea&Sea Konverter der MMII und MMII-EX aufnehmen können, auch INON hat hier für ihr AD Linsenprogramm verschiedene Adapter.

Auch die Gewindegrößen können unterschiedlich sein. Unbedingt auf Kompatibilität achten.


Der Bildwinkel den man nach der Montage des Konverters erhält, ist abhängig von der Basisoptik der Kamera und dem Vergrößerungsfaktor des Konverters.

Ein Beispiel:

Eine Olympus C-2040Zoom hat eine Basisoptik von 40 – 116mm (umgerechnet auf das Kleinbildformat. Wird bspw. Der WK UWL-100Typ2 von INON vor diese Optik montiert, erhält man unter Wasser einen Bildwinkel von ca. 82 Grad.

Wird eine Olympus C-4000Zoom die eine Basisoptik von 32 – 96mm hat, mit demselben WK bestückt, ergibt sich ein Bildwinkel von ca. 100 Grad.

Immerhin 18 Grad mehr an Bildausschnitt sind mit zuletzt genannter C-4000 möglich.

Das ist unter Wasser eine ganze Menge.

Steigern lässt sich der Bildwinkel noch indem man den WK mit einem Domeport ergänzt. Dazu aber in einem Folgebericht mehr.

Hat man sich dann zum Kauf eines WK durchgerungen – die Dinger sind leider nicht ganz billig, ergeben sich einem ganz neue Möglichkeiten.

Dadurch, dass der Bildwinkel gewachsen ist, hat man die Möglichkeit mehr aufs Bild zu bekommen, ohne dabei den Abstand zu Motiv vergrößern zu müssen. Im Gegenteil! Der WK ermöglicht die Verkürzung des Abstandes zum Motiv und bringt somit die Kraft des externen Blitzes wieder zur ganzen Entfaltung.

Leider kann man den WK nicht mit dem internen Blitz kombinieren, da der Konverter auf Grund der Baugröße den internen Blitz abschattet. Heißt: Man hat beim Blitzen an der Stelle einen schwarzen Rand, an der der interne Blitz gegen das Gehäuse des WK geschossen hat.

Eine Aufnahme mit Weitwinkel bedeutet aber nicht nur, dass möglichst viel der Umgebung abgelichtet wird, sondern auch, dass Abmessungen und Dimensionen verfälscht wiedergegeben werden können. Speziell beim Einsatz der Weitwinkel, noch extremer beim Einsatz von Weitwinkel in Verbindung mit einem Domeport können Trugbilder entstehen, die den Betrachter vollends in die Irre führen.

Ein Bild einer Kachelwand im Schwimmbad zeigt deutlich, dass die durch einen Weitwinkel erzeugte Betrachtungsweise nicht unbedingt der des menschlichen Auges entspricht.

Die sich krümmenden Fugen der Kacheln sind die Folge einer nicht ausreichend korrigierten Optik, die den Einsatz von derart weitwinkligen Konvertern, nicht für jede Aufnahme prädestinieren.

Dem Fotografen und Betrachter kommt allerdings zu Gute, dass sich derart klar strukturierte Formen in keinem von Natur geschaffenen Riff der Welt finden und Verzeichnungen dieser Art auf den Bildern nicht derart ausgeprägt erkennen lassen. Bei Wrackaufnahmen gibt es allerdings durchaus eine Menge linearer Strukturen, die dann deutlich durch die Optik des Objektivs gekrümmt werden.

Die aus Büchern und Zeitschriften bekannten Wrackaufnahmen, die uns die wunderschöne Monströsität vergangener Epochen der Seefahrt zeigen, wären in ihrer Größe im Hafen vor Anker liegend mit einem Betrachtungsabstand von vielleicht 3 bis 5 Metern nicht zu erfassen.

Es Bedarf dieser „Lügenobjektive“ um die Gesamtheit der Szenerie wiedergeben zu können.

Vorsicht ist jedoch geboten beim Ablichten von maritimen Lebenswesen und auch Tauchern. Ein zu geringer Aufnahmeabstand führt zur Abbildung unnatürlich wirkender Gliedmaßen, oder auch überdimensional wirkender Ausrüstungsgegenstände. Ein Finimeter der die Größe eines menschlichen Kopfes annimmt, während Derselbe als Erbse wirkt, erscheint dem Betrachter nicht plausibel.

Andererseits bleibt dem Fotografen aber keine andere Wahl als das Weitwinkelobjektiv, möchte Er doch auch nicht auf den „big fish“, so Er ihn denn mit der Kamera beim Tauchgang bewaffnet sieht, verzichten. Einen Manta in voller Pracht professionell mit einer 35mm Optik ablichten zu wollen, hat noch nie funktioniert.

Ein Problem im Weitwinkelbereich stellt die Ausleuchtung der mächtigen Bildwinkel dar. Oft sind schon zwei potente Amphibienblitze mit breitem Abstrahlwinkel nötig, um eine homogene Ausleuchtung zu erreichen. Ein ganzes Wrack kann eh nicht belichtet werden. Wohl aber einzelne Ausschnitte, die bis in die Randbereiche aus der Dunkelheit gerissen werden. Aber auch das Anblitzen einer einzelnen farbigen Koralle z.B. an einem der Masten oder Ladebäume reicht aus, um das Bild attraktiv erscheinen zu lassen. Schwebt dann noch ein Taucher dahinter, der sich die Koralle interessiert mit seiner Lampe betrachtet, wird das Bild zum endgültigen Hingucker. Ein Vergleichsobjekt wie der Taucher, dessen Größe auch einem Nichttaucher bekannt ist, versetzen den Betrachter in die Lage, Rückschlüsse auf die Dimension der Szenerie zu ziehen. Aber nur solange sich die beiden Motive in gleicher Entfernung vom Objektiv befinden. Schwebt der Taucher hinter dem Fisch oder hinter der Koralle, so erscheint er im Verhältnis sehr klein, was dem Bild aber auch oft den richtigen Pfiff verleiht, auch wenn es sich um ein Trugbild handelt. Nicht umsonst nennt man WW-Objektive auch Lügenobjektive.

Vorsicht ist noch bei der Montage des WK angesagt. Diese Konverter sind von der Baugröße und vom Gewicht recht mächtig. Dreht ihn nicht weiter fest als es sein muss, da sonst schnell der serienmäßig, am Gehäuse angebrachte Aluring zur Aufnahme des Konverters überdreht wird. Das Drehmoment ist auf Grund der Baugröße recht hoch und es wirken große Kräfte. Ich habe selbst schon ein Gehäuse auf diese Weise gekillt.

Auch sollte das Gewinde des WK, sowie auch das des Aufnahmeringes am Gehäuse regelmäßig leicht eingefettet werden, da sonst die Gewinde aneinander reiben. Heißt: Alu reibt auf Alu und das ergibt Abrieb, welcher nicht erwünscht ist und die Apparatur vorzeitig altern lässt.

Der WK ist das Objektiv, welches der Unterwasserfotografie erst den rechten Pfiff gibt. An seiner Anschaffung wird der ambitionierte Laie nicht vorbeikommen. Er ist und bleibt das Salz in der „Fischsuppe“.

Der Gourmet kommt beim Einsatz von Weitwinkelkonverter in Verbindung mit einem passenden Domeport auf seine Kosten.

Das aber ist ein anderes Kapitel..........

 

6.1 Domeport

Domeport als Erweiterung für einen Weitwinkelkonverter

Nennt man einen Weitwinkelkonverter sein Eigen, haben sich die Möglichkeiten der UW-Fotografie in Bezug auf die Kameraeigene Standardoptik schon erheblich erweitert. Große Motive bei einer erheblich verkürzten Distanz zu fotografieren, ist jetzt keine unlösbare Aufgabe mehr. Aber wie so oft ist auch hier noch eine Steigerung möglich. Was bisher nur den teils sehr teuren Spiegelreflexkameras mit den ebenso teuren Alugehäusen vorbehalten war, ist erstmals auch bei der Kompaktklasse, den Polycarbonatgehäusen möglich. Gemeint ist die Kombination aus Weitwinkelkonverter mit passender Domeglasscheibe.

Allerdings bekommt man längst nicht für jeden WK einen passenden Domeport. Wohl dem, der sich bei Zeiten nach einem entsprechenden Fabrikat umgesehen hat. Mir ist derzeit nur der Weitwinkelkonverter INON UWL-100 Typ2 bekannt, für den es einen passenden Domeport gibt.

Ein Preis von ca. 350 Euro für den Weitwinkel und weitere 475 Euro für das passende Domeglas, lassen jedoch die meisten Hobbyfotografen zurückschrecken.

Bedenkt man jedoch, dass mit dieser Kombination in Verbindung mit z.B. einer Olympus C-4000Zoom Öffnungswinkel von mehr als 130 Grad unter Wasser möglich sind, und z.B. das 15mm Objektiv einer Nikonos V mit passendem optischen Sucher unglaubliche 2500–3000 Euro kostet, relativiert sich der Preis. Zumal das Nikonosobjektiv „nur“ ca. 94 Grad Öffnungswinkel unter Wasser zulässt.

Kenner der Szene werden jetzt vielleicht eine vermeintlich bessere Abbildungsleistung des 15er anführen, jedoch kann ich diese Aussagen nicht bestätigen. Sowohl Verarbeitung als auch die Abbildungsleistungen der INON - Kombination brauchen keinen Vergleich zu scheuen. Selbst Norbert Probst – seines Zeichens Chefreporter bei der Zeitschrift „Unterwasser“ und anerkannter UW - Fotograf, bescheinigte meinen Weitwinkelaufnahmen, die mit eben jener Konverterausstattung gemacht wurden – Professionalität.

Die Frage ob man den Domeport braucht, lässt sich mit einem klaren jein beantworten.

Wer bereits einen Weitwinkelkonverter sein Eigen nennt wird mit etwas Übung bereits tolle Bilder zustande bekommen haben. Große Fische, Taucherporträts sowie Rifflandschaften sind schon mit dem WK allein gut zu bewältigen.

Warum also die Anschaffung des Domeports?

Zwei Gründe, die die Anschaffung rechtfertigen:

1) Bei der Wrackfotografie z.B. reichen je nach dem was gewünscht wird, 100 Grad Öffnungswinkel nicht mehr aus. Hier bringen größere Öffnungswinkel auch mehr Wrack aufs Bild.

2) Ein weiterer fast noch wichtigerer Grund ist die Möglichkeit den Aufnahmeabstand noch weiter zu verkürzen.

Mit der genannten INON – Kombination reicht ein Mindestabstand von ca. 2cm aus, um ein scharfes Bild zu erhalten.

Bei einer derart kurzen Aufnahmedistanz, kann man irre kreativ arbeiten. Wenig scheue und agile Fische wie z.B. Drachenköpfe kann man als kleine Monster auf den Bildern erscheinen lassen. Riesige Köpfe mit schnell in den Tiefen verschwindenden Schwanzflossen wären nur ein Beispiel. Die darüber hinaus zu Verfügung stehende Zoomfähigkeit der Basisoptik lässt aus dem Weitwinkel mit Domeport zusätzlich zum Makroobjektiv werden. Allerdings in Verbindung mit auftretenden Randunschärfen.

Die Wirkung einer solchen Konverterkombination lässt sich nicht einfach beschreiben. Es geht nichts darüber es einmal selbst zu versuchen.

Ich für mich kann sagen, dass ich ausschließlich mit genannter Kombination fotografiere und die Standardoptik nicht mehr verwende – zu groß sind die Möglichkeiten mit der erweiterten Optik. Ich kann sie wärmstens empfehlen.

Der INON UWL100 Typ 2 – Weitwinkel mit Domeport passt auf alle Gehäuse, die über ein M67 Gewinde zum Anschluss besitzen.

Wer interessiert ist, kann sich die Bilder von mir hier in der Galerie anschauen. Die meisten – auch die Makroaufnahmen sind mit Weitwinkelkonverter und Domeport entstanden.

Wünsche Euch allen tolle Bilder!

Euer, Ivo Vaeßen

Stand: 01.09.2004

7 Echtes TTL für Olympus - Digicams im Einsatz mit Sea&Sea – Amphibienblitzen (Autor: Ivo Vaeßen)

Die neue Ausbaustufe des Digitaladapters.

Es gibt was Neues aus dem Hause Michael Finger (mike-dive) und von Matthias Heinrichs (Erfinder des Digitaladapters) zu berichten.

Wie überall in technischen Bereichen, bleibt auch die Entwicklung im Bereich UW – Digitalfotografie nicht stehen. Was jetzt für Besitzer einer Olympus – Digicam im UW – Einsatz möglich ist, kann man allerdings schon als kleine Sensation bezeichnen.

Der optische Digitaladapter von Matthias Heinrichs ist ja nun schon ausführlich beschrieben worden und hat mittlerweile wohl auch bei Skeptikern und Befürwortern anderer Systeme einen anerkannten Stellewert bezogen. Die wenigen ewigen Gestrigen, die aus welchen Gründen auch immer bis zu letzt ignorant bleiben, lassen wir an dieser Stelle mal „hinten runter“ fallen.

Bei der neuen Ausbaustufe handelt es sich nach wie vor um einen Digitaladapter, der trotz des nahezu gleichen Erscheinungsbildes, steuerungstechnisch gesehen, mit dem optischen Digitaladapter nicht mehr viel gemein hat.

Um die Unterschiede zu verstehen, sollte man sich noch einmal kurz die Funktionsweise des optischen Digitaladapters ins Gedächtnis rufen. Fast alle aktuellen Digicams verwenden bei der Belichtung des CCD beim Einsatz von Blitzlicht, einen Doppelblitz.

Die Digicam sendet einen Vorblitz um das Reflektionsvermögen des Motivs zu errechnen. Der zweite Blitz ist dann für die eigentliche Belichtung des Chips zuständig. Diese beiden Blitze wurden vom Digitaladapter registriert und minimal zeitversetzt an einen externen Amphibienblitz weitergeleitet.

Dadurch, dass der externe Amphibienblitz den Vorblitz ebenfalls mitgeblitz hat, werden der Kamera die veränderten Beleuchtungsverhältnisse gezeigt (den sie weiß ja nichts vom externen Blitz ), Sie ist jetzt in der Lage die richtige Belichtung sehr genau für den folgenden Blitz auszuwerteten.

Diese Technik hat für mehr als 80% der gemachten Bilder korrekte Belichtungsergebnisse geliefert und ist allen anderen, reinen Slaveblitzsystemen weit überlegen. Schwierig war und ist, die richtige Belichtung eines sehr hellen Motivs auf hellem Untergrund. Hier sind manuelle Korrekturen über die Blende vorzunehmen. Dadurch, dass das Auslösen des externen Blitz über den kamerainternen Blitz erfolgt, sind die Akkus der Kamera auch relativ schnell erschöpft. Schnell bedeutet in diesem Falls ca. 50-60 Aufnahmen bei z.B. der Olympus C-4000Zoom, wenn bei jedem Bild geblitzt wurde. Das sind immerhin noch fast doppelt so viele Aufnahmen, wie sie bei einer MM II oder Nikonos jemals möglich waren.

Aber die Digitaltechnik mit ihren Möglichkeiten, lässt auch den Wunsch nach „noch mehr“ aufkommen. Ein Wunsch, der an sich nichts Schlimmes darstellt und mit der nächsten Ausbaustufe des Digitaladapters, zumindest für Besitzer einer Olympus – Digicam mit externem Blitzanschluss, erfüllt werden kann.

Was also ist anders beim neuen TTL Digitaladapter?

Er besteht in der neuen Ausbaustufe aus 2 Teilen. Einem Sender und einem Empfänger. Der Empfänger sieht von außen genauso aus wie der bekannte optische Digitaladapter und wird auch wie bekannt am Gehäuse befestigt.

Der Sender kann je nach Kameramodel unterschiedlich aufgebaut sein. Das ist abhängig vom Vorhandensein eines Blitzschuhs (z.B. Olympus C-5050Z oder C-5060WZ) oder eines Blitzsteckeranschlusses wie bei der C-2020 – C-4040Z.

Bei den Modellen mit Blitzschuh, besteht der Sender aus einer Platine mit eigener Stromversorgung (Knopfzelle), die auf den Blitzschuh geschoben wird.

Der Sender der Digicams mit Blitzstecker besteht aus einem Stecker, der am Blitzport der Kamera montiert wird und über ein flaches Kabel von einigen Zentimetern Länge an eben jener Platine endet, welche auch der Sender für die Blitzschuhmodelle besitzt. Die Platine wird dann im Gehäuse mit einem kleinen Saugnapf befestigt.

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Bild 1) zeigt den Digitaladapterempfänger sowie den Kabelgebundenen Sender mit Platine und Saugnapf.

Bild 2) zeigt das Gehäuse PT-010 von innen mit festgesaugtem Sender.

Bild 3) zeigt das PT-010 von außen mit der Lage des Senders. Bei genauem Hinsehen, kann man auf dem in blauen Kunststoff verpackten Sender, ein kleines weißes Kästchen erkennen. Dabei handelt es sich um die Infrarotsendediode des Senders. Auf ihre Ausrichtung ist bei der Montage im Gehäuse besonders zu achten. Damit ihre Daten vom Digitaladapter erkannt werden, muss man sie richtig im Gehäuse positionieren.

Die geschieht einmalig, da der Sender im Gehäuse verbleiben kann. Um die Kamera aus dem Gehäuse entnehmen zu können, wird einfach nur der Stecker am Blitzanschluss gezogen. Dieser ist nur gesteckt und nicht geschraubt, was das Handling vereinfacht und auch keine Beeinträchtigung der Verbindung darstellt. Gesichert wird der Stecker mit eienem eingeschobenen Schaumstoffkeil

Bild 4) zeigt den montierten Stecker des Senders im PT-010 Gehäuse.

Soviel zur Hardware.

Was aber geschieht steuerungstechnisch?

Vereinfacht kann man sagen, dass der Digitaladaptersender die Olympus TTL-Daten in ein Nikonosprotokoll für Sea&Sea - Blitze transformiert, die der Sea&Sea – Blitz versteht und somit als externer Blitz für eine echte und saubere TTL – Belichtung verwenden kann.

Schematisch läuft das so ab:

Der Sender wird am Blitzschuh oder Blitzstecker der Kamera befestigt und teilt der Kamera auf diese Weise mit, dass ein externer Blitz angekoppelt wurde.

Dazu ist es notwendig, dass man an der Digicam zuvor im Kameramenü eingestellt hat, dass ein externer Blitz angeschlossen wird. Solange aber keine Kabelverbindung zum Sender besteht, zeigt die Kamera in ihrem Display in manchen Modi (super makro) ein durchgestrichenes Blitzsymbol an, bzw. verwendet trotz Umstellung den internen Blitz. Im Moment wo der Stecker des Senders montiert wird und der Kamerabildschirm Aus- und wieder Eingeschaltet wird, springt das Symbol nach ca 2 Sekunden um und zeigt das Blitzsymbol an.

Das Ein- und Ausschalten des Monitors ist notwendig um ein im Ditaladapter - Sender ablaufendes Programm zurück zu setzen. Damit der Sender als externer Blitz erkannt wird ist es notwendig, dass sich das senderinterne Programm an einem bestimmten Punkt befindet.

Diesen Programmpunkt findet man, indem man ein „Reset“ durch Ein- und Ausschalten des Monitors an der Kamera erzeugt. Alternativ kann man auch durch „halbes durchdrücken“ des Auslösers (Fokussieren ohne Auslösen) den gleichen Effekt erzielen. Nach dem Einschalten des Monitors (oder Fokussieren) vergehen ca.2-3 Sekunden bis das Blitzsymbol im Kameramonitor erscheint. Somit steht der Fotografie nur mit dem externen Blitz nichts mehr im Wege.

Wird nun der Auslöser für ein Foto gedrückt, leitet die Kamera die TTL – Daten die sie durch den Vorblitz ermittelt hat für den externen Blitz an den Digitaladaptersender weiter. Dieser sendet über eine Infrarotdiode den Schaltzustand an den Digitaladapterempfänger außerhalb des Gehäuses weiter. Dieser wiederum leitet das Signal an den Blitz weiter, der jetzt zuverlässig für eine von der Kamera gesteuerte Belichtung sorgt. Dies wird allgemein als TTL Blitzen bezeichnet.

Der große Unterschied zum bisher verwendeten optischen Digitaladapter ist folgender:

Der interne Blitz löst nicht mehr aus, die Steuerung des externen Blitz erfolgt durch echte umgesetzte TTL – Daten der Kamera, direkt an die externe Blitzbuchse oder den Blitzschuh (je nach Modell).

Der Digitaladapterempfänger ist nicht mehr wie bisher programmierbar. Da eine echte TTL – Kopplung besteht, ist eine Korrektur der Belichtungszeit über den Digitaladapter nicht mehr notwendig.

Es ist möglich den externen Blitz im Super – Makromodus der Kamera zu verwenden.

Dabei können Fotos aus einem Abstand von nur 2cm zum Motiv mit externem Blitz gemacht werden. Der interne Blitz der Kamera schaltet hier bei der Auswahl des Menüs automatisch ab, da er am Motiv „vorbeischießen“ würde. Mit der neuen Digitaladaptertechnik ist dies kein Problem. Näheres siehe unter Punkt: „Super – Makromodus“

Aus diesen technischen Änderungen ergeben sich folgende handfeste Vorteile:

1) Akkukapazität der Kamera:

Da der interne Kamerablitz nicht mehr mitblitzt, erhöht sich die Betriebszeit der Kamera. Ich habe mit einem Satz NIMH – AKKUS mit 2000mAH in einer Olympus C-4000Z eine 64MB SmartMedia – Karte, 6 x belichtet und wieder gelöscht. Das entspricht ca.430 Bildern. Dabei war der Kameramonitor immer eingeschaltet. Die Akkus waren nach diesem Marathon noch nicht leer.

Mit dem optischen Digitaladapter der über den kamerainternen Blitz auslöst, waren ca. 50 – 60 Bilder möglich. Die Kapazität hat sich also allein dadurch vervielfacht, dass der interne Blitz nicht mehr auslöst. Der interne Blitz ist der größte Stromfresser der Digitalkamera.

2) Akkukapazität des externen Blitzes:

Durch die exaktere Steuerung des Digitaladaptersenders, wird auch die Kapazität des externen Sea&Sea – Blitzes besser genutzt. Mein getesteter YS-60TTL/N hat mit einem Satz preiswerter TDK - Mignonbatterien ebenfalls mehr als 430 Bilder belichten können. Dies ist mit dem optischen Digitaladapter nicht möglich. Da langt die Kapazität für weniger als die Hälfte an Bildern. Die Kapazität hat sich mindestens verdoppelt.

3) Blitzen im Supermakromodus:

Dadurch, dass der externe Blitz im Super – Makromodus verwendbar ist, kann man in vielen Situationen auf eine zusätzliche Makrolinse verzichten. Dies ist bei allen Motiven möglich, an die man nahe genug herankommt ohne dass sie flüchten.

Allerdings ist es im Super – Makromodus notwendig, die Blende ganz zu schließen. Bei der C-4000 wäre das Blende f=11, bei einer C-5050 Blende f=8.

Dies ist nicht auf Ungenauigkeiten des neuen Digitaladapter zurück zu führen, sondern vielmehr auf den externen Blitz Sea&Sea YS-60, der nicht in der Lage ist wenig genug Licht abzugeben.

Bei einem Motivabstand von nur 2 - 5cm ist nur eine ganz geringe Lichtmenge erforderlich um das Foto sauber zu belichten. So gering dosiert kann der externe Blitz sein Licht nicht verstreuen, obwohl er schon auf 67 Leistungsstufen zurückgreifen kann. Abhilfe schafft erwähntes Abblenden auf die kleinste Blende (größte Blendenzahl), um zuviel Licht an ihr „verpuffen“ zu lassen.

Da bei der Makrofotografie kleine Blenden wegen der erhöhten Schärfentiefe eh gefragt sind, ist diese Vorgehensweise nicht einmal als Nachteil zu sehen.

Ich habe mit der C-4000Z, sowie mit der C-5050Z und auch der C-5060WZ Unmengen an Fotos im Super – Makromodus, mit externem Blitz bei Blenden von f=8 – f=11 geschossen. Es waren kaum ein Dutzend Fehlbelichtung dabei.

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Die Bilder der Uhr wurden im Pool mit einer Olympus C-4000Z im PT-010 gemacht. Es wurde der Super – Makromodus verwendet außerdem war der INON WW Konverter mit Domeport montiert .Motivabstand zum Objektiv bei Bild 1 war ca. 2cm. Der interne Blitz war abgeschaltet. Der externe Blitz ist ein Sea&Sea YS-60TTL/N. Bild 2 ist unter gleichen Bedingungen entstanden. Lediglich der Abstand zwischen Motiv und Objektiv (5 – 6 cm)war größer.

Belichtungszeit 1/40sec.
Blende f=11
„Filmempfindlichkeit“ ISO=100
Brennweite 45mm (auf Kleinbildformat)

4) Perfekte Belichtung im „normalen“ Makrobereich (20 – 30cm Motivabstand):

Beim bekannten optischen Digitaladapter kommt es im Nahbereich bei sehr hellen Motiven auf hellem Untergrund (z.B. weiße Muschel auf Sandgrund) immer mal wieder zu Belichtungsproblemen, die auch mit einer manuellen Blendenkorrektur und Veränderung der Filmempfindlichkeit – ISO, nicht oder schwer zu lösen sind. Dieses Problem besteht bei der neuen Ausbaustufe des Digitaladapters nicht mehr. Genannte Bildsituationen sind völlig problemlos mit der Programmautomatik zu bewältigen.

Erst bei Verwendung des Super – Makromodus, sollte wie oben beschrieben generell im „A – Modus“ mit manueller Blendenvorwahl gearbeitet werden.

5) Serienbildfunktion ist mit externem Blitz möglich:

Es ist problemlos möglich, die Serienbildfunktion der Digicam mit dem externen Blitz zu nutzen. Dazu wird die Serienbildfunktion im Kameramenü gewählt. Beim Fotografieren passiert nun folgendes:

Der externe Blitz löst zweimal kurz hintereinander aus. Der erste Blitz ist wie gehabt für die Belichtungsmessung der Kamera notwendig.

Der zweite Blitz belichtet den Chip und das Bild ist im Kasten. Lässt man nun den Finger auf dem durchgedrückten Auslöser macht die Kamera solange Fotos bis der interne Datenspeicher belegt ist und die Daten (Bilder) erst einmal auf der Speicherkarte abgelegt werden. So entstehen ca. 9 – 10 Bilder in Reihe. (Beispiel an einer Olympus C-4000Z) bei Auflösung HQ im 3:2 Format.

Wählt man ein Format mit geringerer Auflösung z.B. SQ1 mit 1600x1200 Bildpunkten, sind mit der C-4000Z, 21 Bilder in Folge möglich. Alle mit externem Blitz versteht sich.

Bei der C-5060WZ mit eingestellter Auflösung von 2592x1728 Pixeln, waren 12 Aufnahmen in Serie möglich. Auch hier ist die Anzahl der Bilder wiederum vom internen Datenspeicher der Kamera und der eingestellten Auflösung abhängig. Der externe Blitz hält bei diesen Anforderungen zumindest im Aufnahmebereich bis 1m Entfernung locker mit.

Beim ersten Bild hat der Blitz zweimal ausgelöst. Ab dem zweiten Bild löst der externe Blitz nur noch einmal aus, da die Kamera die Belichtungsdaten des ersten Bildes mit Vorblitz gespeichert hat und nun keinen ersten Messblitz zur Belichtungsberechnung mehr braucht. Die 9-10 Bilder entstehen in ca. 4 – 6 Sekunden. Daraus ergibt sich eine Blitzfolgezeit von ca. 0,5 – 0,8 Sekunden.

Interessant ist diese Funktion z.B. beim Fotografieren von kleinen hektischen Anemonenfischen, die man sonst wegen der Auslösverzögerung z.B. bei den C-2020 -4040Z Digicams nur sehr schwer in passender Position auf den Chip bekommt. Aber auch ein Blaupunktrochen der am Boden liegt und bei dem sich das Atemloch öffnet und schließt, ist ein geeignetes Motiv für die Serienbildfunktion mit Blitz. Sind 9 – 10 Bilder in 5 Sekunden entstanden, ist sicherlich eines dabei, bei dem man das Atemloch in voll geöffnetem Zustand sieht. Nur zwei mögliche Beispiele von Vielen, bei denen die Serienbildfunktion hilfreich ist.

Die Serienbildfunktion mit externem Blitz funktioniert absolut zuverlässig im Entfernungsbereich bis ca.1m. Bei weiter entfernten Motiven kommt der Kondensator des externen Blitzes mit dem Nachladen nicht mehr nach, da dem Blitz zur korrekten Belichtung wesentlich mehr an Leistung abverlangt wird. Der externe Blitz löst nicht mehr aus, bis der Kondensator wieder geladen ist.

Da das Blitzlicht eines Sea&Sea YS-60TTL in einer Entfernung von mehr als 1m sowieso kaum noch Wirkung zeigt, lässt sich dieser Umstand leicht verschmerzen.

Wie die Praxis mit einem z.B. YS-300TL aussieht, wäre zu testen. (Funktionieren tut dieser Bolide mit der Adaptertechnik einwandfrei!) Mit diesem Blitz sind sicher auch größere Entfernungen zum Motiv möglich, da die blitzinternen Kondensatoren über mehr Reserven verfügen.

Wer einen umgebauten YS-60TTL/N mit LED – Pilotlicht und Laser von Michael Finger (Mike-Dive) besitzt, dem sei geraten auf die LED – Beleuchtung bei der Serienbildfunktion zu verzichten. Da passiert es nämlich, dass sich das Pilotlicht beim Auslösen des ersten und zweiten Bildes wie gewünscht abschaltet, beim 3 - 4 Bild aber wieder einsetzt. Das kann dazu führen, dass man das Pilotlicht auf den Bildern sieht. Der Laser als Zieleinrichtung kann aber ohne Probleme eingesetzt werden, da er zum Wiedereinschalten nach dem ersten Bild länger braucht, als die Serienbildfunktion mit ca.9 – 10 Aufnahmen dauert. Wer eine Serie mit 20 oder mehr Aufnahmen bei reduzierter Auflösung macht, sollte prüfen wie lange der Laser ausbleibt, bevor er sich wieder einschaltet. Dieser Hinweis gilt wie beschrieben nur bei der Serienbildfunktion. Beim üblichen Einzelbild kann nach wie vor mit Pilotlicht gearbeitet werden.

Die unten gezeigte Bildserie wurde ebenfalls mit der C-4000Z im PT-010 geschossen.

Montiert war ein INON UWL-100Typ2 Weitwinkel mit Domeport. Ein YS-600TTL/N war als externer Blitz montiert.

Verschlusszeit: 1/30sec. Blende: f=4.5 ISO: 100
Bild 1 entstand um 21:40:24
Bild 9 entstand um 21:40:30
Bei 9 gemachten Bildern in 6 Sekunden, ergab sich eine Blitzfolgezeit von 0,66 Sekunden.


1

4

9

6) PLUS/MINUS – Korrektur des externen Amphibienblitz

Noch ein weiterer Punkt der den externen Blitz betrifft, ist von Interesse. Der interne Blitz der Olympus – Digicams kann mittels einer PLUS/MINUS – Korrektur der rechten und linken Pfeiltasten beeinflusst werden. Jetzt, da ein externer Blitz angeschlossen ist, überträgt sich diese Korrektur auch auf den Externen.

Stufen von -0.3/-0.7/-1.0/-1.3/-1.7/-2.0 lassen den externen Blitz weniger stark auslösen. Die Stufen +0.3/+0.7/+1.0/+1.3/+1.7/+2.0 sorgen für mehr Licht vom Externen.


Beide Bilder wurden unmittelbar nacheinander gemacht. Beim linken Foto war die Blitzkorrektur auf -2.0 eingestellt.

Beim rechten Bild war die Blitzkorrektur auf +2.0 eingestellt. Den Unterschied kann man als erheblich bezeichnen.

Diese Möglichkeit sollte man unbedingt bei der Wrackfotografie nutzen. Gerade im Wrack, wo fast immer schlechte Sichtverhältnisse herrschen und der YS-600TTL/N Blitz schnell an seine Grenzen stößt, kann man so evtl. die letzten Reserven des Blitzes mobil machen, um zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen.

Ein Tipp noch aus der Praxis:

Kameras wie die C-4000Z, C-5050, C-5060WZ und Andere, besitzen eine frei belegbare Taste, die vom Benutzer mit den verschiedensten Funktionen belegt werden kann.

Es bietet sich an, diese Taste mit dem „virtuellen Rad“ zu belegen, welches den Wechsel in die MyMemorie – Modi gestattet.

Wird die freie Taste nun 2 x nacheinander gedrückt, kann man sich schon im vorher selbst programmierten MyMemorie4 – Modus befinden, der die Super –Makromodusfunktion mit allen erforderlichen Einstellungen aufruft.

Diese sollte folgendermaßen voreingestellt sein (Beispiel C-4000Z):

- Blende: f=11
- Empfindlichkeit: ISO 100
- Nur externer Blitz
- Blitzmodus: slow1
- AF-Modus: Spot

Mit diesen Voreinstellungen ist es wie gesagt möglich mit nur 2 - fachem Tastendruck in den Supermakromodus zu wechseln, um für kleinste Motive gerüstet zu sein.

Übrigens funktioniert die Serienbildfunktion auch im Super – Makromodus.

Wichtig ist noch, dass in der Kamera unter dem Menüpunkt „ENR“ (Einrichten), (befindet sich nach dem Aufrufen des Kameramenüs, beim eingeschalteten Monitor ganz links unten), die Funktion „Alles zurücksetzen“ auf „AUS“ steht. Steht sie auf „Ein“, gehen alle vorher mühsam programmierten Einstellung verloren und müssen nach jedem Wiedereinschalten der Kamera erneut vorgenommen werden. Die Einstellungen gehen ebenfalls verloren, wenn über mehr als 4 Stunden keine Batterien oder Akkus in der Kamera sind. Allein aus diesem Grund, sollten sich immer Akkus in der Kamera befinden.

Alle aufgeführten Beispiele und Anwendungen beziehen sich bewusst nur auf Olympus – Digicams, da der neue Digitaladapter ausschließlich mit Olympus – Digicams zusammenarbeitet. Varianten für Canon – Digicams werden möglicherweise in naher Zukunft folgen. Die Problematik liegt hier in einer vollkommen anderen TTL – Steuerung. Bis auf weiteres können die Besitzer der anderen Marken auf den optischen Adapter zurückgreifen, der ja ebenfalls hervorragende Ergebnisse liefert, sofern man modelltypische Eigenheiten der jeweiligen Digicam beachtet. Als Anwender kommt man nicht umher, einige Testreihen zu machen, um seine persönliche Ausrüstung kennen zu lernen. Dies ist nicht nur bei Digitaladapterbetriebenen Versionen, sondern bei allen Systemen notwendig.

Wie man all diese neuen Möglichkeiten bei der UW - Fotografie mit seiner Olympus – Digicam noch einsetzen kann, überlasse ich dem geneigten Leser. Technisch gesehen ist mit der neuen Ausbaustufe des Digitaladapters jedenfalls vieles möglich, wovon man bisher nur träumen konnte.

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren und Fotografieren.

Euer, Ivo Vaeßen

 

8 Überblick und Leistungsmerkmale der Sea&Sea – Blitze für die UW - Digitalfotografie

(Autor: Ivo Vaeßen)

 

Diese Beschreibung soll einen Überblick über die erhältlichen Amphibienblitzgeräte von Sea&Sea geben und an Hand ihrer Leistungsmerkmale eine Entscheidungshilfe bei der Anschaffung darstellen.

Berücksichtigt wurden ausschließlich die Blitze, die mit dem Heinrichs – Digitaladapter (optisch, IR oder Kabel ) betrieben werden können.

YS-60TTL/S und YS-60TTL/N

 

Er ist der Einsteigerblitz schlechthin. In der Variante YS-60TTL/S wurde er weltweit tausend-fach zusammen mit der Motormarine II als Set verkauft. Ein Umstand der uns Digitalfotografen gerade recht kommt, da man diesen Einsteigerblitz nun auch problemlos als günstiges Gebrauchtgerät bekommen kann. Mit dem dramatischen Einbruch bei der analogen UW – Fotografie sind allerdings auch die Neupreise der YS-60TTL Blitze drastisch gefallen, da diese nicht ohne weiteres als Digital – Amphibienblitze verkauft werden können. Der ehemalige Preis von ca.550-600€ ist auf derzeit ca.345 – 365€ (leichte Differenz zwischen YS-60TTL/S und YS-60TTL/N) gefallen. Dem Verbraucher kann es recht sein.

Der YS-60TTL/S wurde für die Motormarine Modelle, der YS-60TTL/N für alle Nikonos kompatiblen Kameras gebaut. Als Gebrauchtgerät trifft man zu 95% auf die YS-60TTL/S – Version.

Der YS-60 ist keine Lichtkanone im eigentlichen Sinne. Was ihn auszeichnet sind seine bewährte Technik, die einfache Handhabung, die kompakte Bauform und die Zuverlässigkeit. Im Nah- und Makrobereich erfüllt er seine Aufgaben mit Bravour. Im Weitwinkel- und Superweitwinkelbereich ist es jedoch ratsam einen zweiten YS-60 zu bemühen. 75Grad Abstrahlwinkel und eine Leitzahl von 11 Unterwasser sind für viele Weitwinkelaufnahmen dann doch ein bisschen wenig.

Allerdings darf selbst bei zwei eingesetzten YS-60 der Aufnahmeabstand nicht zu groß sein, da sonst sehr viel der Energie der Blitze verloren geht.

Das Beispiel des Bildes mit Turtle und Taucher zeigt was mit 2 YS-60TTL möglich ist, stellt gleichzeitig wohl aber auch das obere Ende der Leistungsfähigkeit dar.

Die Aufnahme entstand mit einer Olympus C-4000Z im PT-010. Montiert war das Inon UWL-100Typ2 mit Domeport und eben zwei 60er Blitze.

Leichter tut sich der YS-60TTL mit Aufnahmen für den Nahbereich und Makroaufnahmen. Hier reichen seine Leistungsreserven immer aus.

Seine kompakte Bauform unterstützt das Handling auch, wenn der Blitz extrem nah am Motiv positioniert wird. Auch die 75Grad Abstrahlwinkel sind für diese Aufnahmen ausreichend, so dass hier auch ein einzelner Blitz gute Dienste leistet.

Die Aufnahme des Clownsfisches entstand mit einem YS-60TTL/N ebenfalls an der C-4000Z.

Auch das Inon UWL-100 samt Domeport kamen bei dieser Aufnahme zum Einsatz, was noch einmal die guten Makroeigenschaften dieser Weitwinkelkombination unterstreicht. Für dieses Foto wurde der YS-60 frontal von oben positioniert, weshalb auch kein Schlagschatten zu erkennen ist.

Betreiben kann man den YS-60TTL/N mit allen Heinrichs – Digitaladaptern. Optischer Adapter, als auch die IR und OEM – Varianten können ohne Einschränkung genutzt werden.

Der YS-600TTL/S muß allerdings mit ein paar Handgriffen modifiziert werden, damit er mit dem optischen Adapter funktioniert (Readyleitung muss belegt werden). Beim Einsatz der IR – und OEM- Adapter sind allerdings keine Eingriffe notwendig. Sie funktionieren genau wie die Nikonosversion des YS-60.

Die Ausstattung des YS-60TTL ist recht einfach:

ON

OFF

Halblast

Volllast

TTL-Blitzautomatik

Der Digitalfotograf wird wohl ausschließlich die TTL-Blitzautomatik verwenden. Die Volllaststellung entlockt dem YS-60 nur einen Vollblitz. Da dieser dann aber auf den Vorblitz der Digicam zündet, bleibt er ohne Wirkung für das Bild. Bestenfalls bei Halblast sind ihm 2 Blitze synchron zu den Kamerasignalen zu entlocken, die dann aber wiederum nicht TTL – gesteuert kaum brauchbare Ergebnisse liefern werden.

Eine rote Leuchte am Blitz signalisiert Blitzbereitschaft, eine grüne Lampe signalisiert TTL – Steuerung.

Wird der YS-60TTL/S mit dem optischen Digitaladapter betrieben, ist die rote Betriebsbereitschaftsanzeige des Blitzes mit Vorsicht zu genießen. Sie Leuchtet meist schon auf, auch wenn der Blitz noch nicht bereit ist erneut einen Doppelblitz zu zünden. Bis zu 8 sec. Können verstreichen, bis der Blitz trotz roter Leuchte wieder schussbereit ist. Der YS-60TTL/N ist hiervon nicht betroffen. Auch sind seine Blitzfolgezeiten kürzer als bei YS-60TTL/S.

Die IR und C (Kabel) Konverter (Adapter) sind hier wieder nicht betroffen. Ihre Steuerung ist ungemein feiner und geht deutlich sparsamer mit der Batterie und Kondensatorkapazität der Blitze um. Mit Ihnen sind sogar Serienbilder mit Blitz möglich. Genaueres hierzu findet Ihr in meinem Bericht unter „Olympus TTL-Konverter-Blitz-Steuerung an der C-4000“ ebenfalls unter der Rubrik Berichte und

Tipps.

Die Farbtemperatur fällt mit 5400 Kelvin recht kühl beim YS-60 aus. Ein Umstand, den er sich mit vielen Anderen Sea&Sea – Blitzen teilt. Wird die erhältliche Diffusorscheibe montiert, sinkt die Farbtemperatur auf 5100 Kelvin, wobei allerdings auch etwas an Leistung verloren geht. Das lässt sich im Nah- und Makrobereich verschmerzen, ist bei Weitwinkelaufnahmen aber eher unerwünscht.

Ich verwende sie daher nicht. Eine Senkung der Farbtemperatur ist auch am PC in der Nachbearbeitung leicht zu realisieren.

Als Zubehör zum YS-60 empfiehlt sich das „PROline“ Blitzarm/Blitzschienen – Sortiment von Mike-Dive. Es harmoniert speziell mit den YS-60 Blitzen hervorragend.

Zahlen und Fakten zum YS-60TTL/S und YS-60TTL/N:

Leitzahl an Land: 22

Leitzahl unter Wasser: 11

Blitzfolgezeit: optischer Adapter min. 6sec - max.15sec. für YS-60TTL/S

kürzere Blitzfolgezeiten beim YS-60TTL/N

auch Unterschiede beim Gebrauch von Batterien und Akkus

Kapazität: ca.150 TTL-Blitze beim optischen Adapter

Bis über 500 TTL-Blitze mit der IR-oder OEM-Variante beim Einsatz von NIMH-Akkus mit einer Kapazität von 2000mAH

Modi: TTL, Halblast, Volllast

Ausleuchtwinkel: ca. 75 Grad

Einsatztiefe: 60m

Gewicht: ca. 720 Gramm an Land (ohne Batterien)

Im Wasser nahezu Neutral (leichter Auftrieb)

Farbtemperatur: ca. 5400 Kelvin ohne Diffusorscheibe

Ca. 5100 Kelvin mit Diffusorscheibe

Preis: 365€ für den YS-60TTL/N

bei MIKE-DIVE

 

11 Der OLY TTL-C3  Konverter und die Blitze mit Nikonos Protokoll (Autor: Michael Finger)

Mit der Weiterentwicklung der Oly-TTL-Konverter von Matthias Heinrichs und Christian Weihkamp wurden neue Möglichkeiten eröffnet, die sich durch die Einstellungen an den Kameras zu einem recht unübersichtlichen Blitzsteuerungssystem entwickelt haben.

Die hier folgende Beschreibung soll verstehen helfen, was möglich ist und wo mit eventuellen Einschränkungen zu rechnen ist.

Die Stärke des Oly-TTL-C3 Konverters liegt in der vollen TTL-Unterstützung der kompatiblen Blitzgeräte, unabhängig vom Kameramodus. Die bisher erforderliche Batterie im Oly-TTL-Konverter ist beim Oly-TTL-C3 Konverter nun nicht mehr notwendig. Dies ist durch einen neuen, sehr kleinen und sparsamen 4 Mhz Mikroprozessor möglich geworden, der nur zur Initialisierung (Programmstart) eine externe Spannungsquelle (das Blitzgerät) benötigt. Sobald der Konverter seine Arbeit aufgenommen hat reicht sogar die von der Kamera lieferbare Energie aus um den Prozessor am Laufen zu halten. Das auf dem Prozessor gespeicherte Programm wertet die von der Kamera gesendeten digitalen Daten aus und wandelt sie in analoge Steuerimpulse für den Blitz um. Einfach gesagt: Es schaltet den Blitz an und aus, so wie es die Kameraelektronik verlangt.

Bei den Blitzgeräten mit Nikon-Protokoll (Signalsprache) bedeutet dies:

Das Einschaltsignal ist das Trigger- (Zünd-) Signal, welches die Blitzröhre zum Zünden bringt. Dabei werden Spannungsimpulse von bis zu 11000 Volt frei, die das Gas in der Blitzröhre ionisieren (leitend machen) und dem Lichtbogen (Blitz) den „Weg bereiten“ sich aufbauen zu können. Die Energie des Blitzes ist im Kondensator gespeichert, welche vom Ladekonverter erzeugt wird (das leise Piepsen, welches man hört wenn der Blitz lädt) und aus den Batterien des Blitzes konvertiert (umgewandelt) wird. Es werden Spannungen bis zu 400 V aus 2 bis 8 x 1,2 V Batteriezellen erzeugt und es fließen Ströme bis zu 40 A, die von der Elektronik verarbeitet werden müssen. Um das Licht (Blitz) wieder abzuschalten, muss die Leitung zur Blitzröhre unterbrochen werden. Dies erledigt der Transistor (Tyristor), der das sogenannte Quench- (Abschalt- oder TTL-) Signal von der Kamera (Nikon) oder vom TTL-Konverter in den Abschaltimpuls der Blitzröhre umsetzt.

Die analogen (Film-) Kameras haben über Sensoren während des Belichtungsvorganges die erforderliche Blitzdauer (Brennzeit) gemessen und rechtzeitig das Quenchsignal an den Blitz weitergegeben. Bis zum nächsten Blitz (Bild) war dann etwas Zeit um den Kondensator zu laden und die Steuerung wieder zurückzusetzen. Die modernen digitalen Sucherkameras haben bis auf wenige Ausnahmen keine Belichtungssensoren. Sie verwenden den gleichen Chip (CCD), auf dem sie das Bild aufzeichnen auch zur Messung des einfallenden Lichtes. Dies geschieht jedoch nicht gleichzeitig, sondern seriell (nacheinander). Daraus ergibt sich, dass die meisten Digitalkameras über einen Vor- oder Messblitz verfügen (nicht zu verwechseln mit dem sog. Rotaugenblitz). Diese doppelten Blitze (es gibt auch mehrfache, drei oder mehr Vorblitze) erfordern eine sehr schnelle Reaktion des Blitzgerätes auf die Steuersignale. Nur die modernen, mit einem IGBT-Schaltbaustein ausgestatteten Blitzgeräte, sind in der Lage solch schnelle Schaltvorgänge zu realisieren. Die alten Tyristor - Steuerungen sind hierfür zu träge.

Die Fa. Olympus hat im Laufe der Kameraentwicklungen ihre Blitzsteuerungen bzw. die Möglichkeiten, der Verwendung von firmenfremden Blitzgeräten dahingehend erweitert, dass es ab dem Kameramodell Olympus C-5050 einen Blitzschuh auf der Kamera gibt, der ohne angeschlossenen Systemblitz (Olympusblitz) eine X - Synchronisation (Blitzzündung) bei aktiviertem internen Kamerablitz nur für den Hauptblitz gibt. Der Vorblitz wird nicht am Blitzschuh synchronisiert.

Das Quenchsignal wird nicht geschaltet. Dies hat zur Folge, dass der Blitz mit Vollleistung bzw. der am Blitzgerät eingestellten Leistungsstufe abbrennt. Dies verhält sich auch bei den meisten digitalen Spiegelreflexkameras so.

Weiterhin hat Olympus ab der C-5050 den so genannten Slave-Blitz-Modus eingeführt, der es aber nur im manuellen Modus (M) erlaubt, den Vorblitz zu deaktivieren und die Brennzeit des internen Blitzes in 10 Stufen zu regeln. (1 = kürzeste Brennzeit 10 = längste Brennzeit)

Ein Blitz mit TTL-Sklavensensor (z.B. der optische Digitaladapter) ist dadurch in der Lage die Brennzeiten zu kopieren, indem er dem externen Blitz das Trigger- (Blitz zünden) sowie auch das Quench- (Blitz abschalten) Signal übermittelt, ohne dass eine Kabelverbindung zur Kamera besteht.

Hieraus ergeben sich nun für die Benutzer des Oly-TTL-C3 Konverters vielfältige Einsatzmöglichkeiten:

  • Digitaltaugliche (doppelblitzfähige IGBT-Blitzgeräte), die Sie auch in der Blitzfunktionsliste (unter den Blitzen hier auf der Site) finden, können sowohl im TTL-Belichtungsmodus als auch im manuellen Modus eingesetzt werden.
  • Wird der Blitz auf TTL gestellt und die Kamera auf „extern“ oder „slow1“, bzw. auf „fill in“, so regelt die Kamera die Blitzbelichtung selbsttätig. Hier kann man über die +/- Belichtungskorrektur eingreifen, um z.B. überbelichtete Bilder im Nahbereich oder unterbelichtete Bilder im Gegenlicht zu vermeiden.
  • Wird das externe Blitzgerät auf TTL und die Kamera auf den Slavemodus eingestellt, so überträgt sich die Leistungseinstellung für den internen Blitz der Kamera (1-10) auch auf den externen Blitz.
  • Wird der Blitz auf seine Leistungsstufen, sowie die Kamera auf den Slavemodus eingestellt, so zündet (triggert) die Kamera den Blitz. Das gesendete Quenchsignal wird jedoch nicht von der Blitzelektronik verarbeitet und das externe Blitzgerät operiert mit der zuvor manuell gewählten Leistungseinstellung. Hier reicht um Energie zu sparen die Stellung „1“ an der Kamera aus.

Beim Slave-Modus der Kamera zündet der interne Blitz immer mit. Um unerwünschte Reflektionen zu vermeiden, sollte er im UW-Gehäuse nach vorne zum Objektiv abgedeckt werden.

Aufgrund dieser technischen Begebenheiten ist es möglich auch nicht digitaltaugliche oder nicht doppelblitzfähige aber TTL-fähige Blitzgeräte mit Nikonosprotokoll, die keine oder eine zu grobe (2-4 Stufen) Leistungsregelung haben an den Digitalkameras von Olympus zu betreiben. Hier wählt man die Einstellungen wie unter Pos. 3 beschrieben und hat dann 10 mögliche Leistungsstufen.

Die Blitzsynchronisation funktioniert beim Oly - TTL - C3 Konverter an der C-5060 mit dem externen Amphibienblitz YS-300 von Sea&Sea z.B. bis 1/2000 sek. Das bedeutet, dass man in der Lage ist einen Teil der Blitzbrennzeit über die extrem kurze Verschlusszeit zu kappen, falls die Bilder überbelichtet sind. Bei derart kurzen Verschlusszeiten hat auch das vorhandene Umgebungslicht keine Zeit den Weg auf die Chipoberfläche zu finden. So ist es möglich Nahaufnahmen auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Umgebung in tiefstes Schwarz zu tauchen.

Um optimale Ergebnisse zu erhalten, sollte man einige Versuche und Belichtungsreihen durchführen. Da bei der Digitaltechnik die Ergebnisse sofort vorliegen ist dies eine Aufgabe, die sich innerhalb kürzester Zeit bewerkstelligen lässt.

Michael Finger ( copyright: www.Mike-Dive.de - April 2005 )

 

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